Com Truise

Persuasion System

Ghostly Intl./Cargo (VÖ: 24.5.)

Auf dem vierten Album des Synthwave-Meisters gibt es dezente Veränderungen im Sound.

Seit Seth Haley aka Com Truise 2010 mit der EP „Cyanide Sisters“ debütierte, hat sich nicht sehr viel geändert an seinem Sound, sehr wohl aber an der Rezeption dieser Musik. Mit schwerem Synthie-Pop mit noch schwereren Snare-Drums und starken Referenzen an alte Soundtrack- und Videospiel-Musiken, denen man damals selbstverständlich das Adjektiv „billig“ vorangestellt hätte, erzählte Com Truise von idealisierten 1980er-Jahren, die so nie stattgefunden haben. Das wurde dann den Mikro-Genres Synthwave oder Chillwave zugeordnet, die in den späten Nullerjahren ein paar Monate lang von der Aufmerksamkeitspolizei zur neuen Internetsensation erklärt wurden.

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Heute ist dieser Sound im Mainstream der Minderheiten angekommen, die Scores von Cliff Martinez und die Soundtracks zur Serie „Stranger Things“ leben von dieser Klangästhetik. Mit seinem 2017er Album ITERATION beendete Haley die Saga vom Weltraumfahrer Com Truise, die er seit CYANIDE SISTERS über mehrere (Mini-)LPs erzählt hatte.

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PERSUASION SYSTEM, das vierte Album von Com Truise, kommt mit dezenten Veränderungen, die freilich das Gesamtbild nicht zerstören. In manche Tracks haben sich eine Art von Breakbeats eingeschmuggelt („Laconism“), eine nie gehörte lyrische Zartheit (im Intro zu „Kontex“) und ein ganz neues Ambient-Bewusstsein („Gaussian“).