Gorillaz :: D-Sides

Wurde man nach dem Sensationserfolg ihres Debüts schon mit einer Zugabe aus B-Seiten und Remixen (G-sides genannt) verwöhnt, die die ohnehin fantastische Quellplatte qualitativ sogar übertraf, beben Damon Albarns Cartoon-Marionetten nun gleich mit einem Doppelalbum nach. 22 Tracks-die ersten 13 davon seltene bis schon wieder vergriffene B-Seiten und weitere Nebenprodukte ihres 05er Millionensellers, der Rest verhackstückte Umarrangements. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich hier natürlich nicht um Ausschussware-ohnehin etwas, das die perfektionistischen Hände Albarns nie verlassen könnte: „We Are Happy Landfill“ ist unter Umständen der knackigste Clubbanger, den 2D, Murdoc, Rüssel und Noodle jemals aufnehmen ließen, „Hong Kong“ (nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls hier vertretenen Dub „Hongkongaton“) eine mit allerhand asiatischen Saiteninstrumenten verpsychedelischte Ballade von strammen sieben Minuten, und angesichts des vor Ideen übersprudelnden „Bill Murray“ fragt sich, ob wirklich nur Pharrell und Timbaland als Sound-Visionäre dieses Jahrzehnts in die HipHop-Geschichte eingehen sollten. Mit dem auf einem ganz sachte verfremdeten Beat ihres eigenen Hits „Dare“ basierenden „People“ deuten die Goriliaz an. was sich auf der beigefügten Remixsammlung alles abspielt: Dort verzieren u.a. Hot Chip, Soulwax und James Murphy den Primatenpop mit weiteren Discokugeln (erneut mit Vorliebe „Dare“- das hier gleich in drei Versionen aufgedonnert wird), was außer vielleicht dem cineastischen „Schtung Chinese New Year Remix“ von „Dirty Harry“ und der gesichtsskalpierten Jamie-T-Version von „Kids With Guns“ trotz exquisiter Namen großteils in etwa so überflüssig ist, wie die Originale auf CD1 unverzichtbar. V

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