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Album der Woche

Noel Gallagher’s High Flying Birds Back The Way We Came: Vol. 1 (2011 – 2021)


Sour Mash/Membran (VÖ: 11.6.)

von

Seien wir ehrlich: Es ist gut, dass es Oasis nicht mehr gibt. So schön es auch wäre, noch mal zu „Supersonic“ die Luft über uns zu boxen oder zu „Cigarettes & Alcohol“ die schweißnassen Menschen um uns herum. Aber diese Momente hatten ihre Zeit und wahrscheinlich sogar zu viel davon. Hätte Noel Gallagher auch den x-ten Streit mit Bruder Liam im August 2009 ertragen, wären uns zwar die stumpfen Soloalben Liams und von Beady Eye erspart geblieben, aber das Verhältnis von durchwachsenen zu sensationellen Oasis-Platten stünde heute wohl bei erdrückenden 9:2.

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Vor allem aber: Noel hätte nicht sein erstaunliches Soloschaffen in die Welt setzen können, aus dem er nun hier auf einem Doppelalbum 18 Highlights präsentiert. Zwölf Songs decken seine immer progressiver werdenden Alben ab – vom Elder-Statesman Pop „The Death Of You And Me“ über das Nanana-Gebimmel „In The Heat Of The Moment“ bis zum irre catchy Bubblegum-Glam „Holy Mountain“ aus seiner Großtat WHO BUILT THE MOON?.

Mit vier Songs lässt er uns an den immerhin mutigen Dance-Experimenten seiner drei EPs aus den Jahren 2019/20 teilhaben und mit dem Schunkler „We’re On Our Way Now“ und „Flying On The Ground“, das eine würdige B-Seite der MORNING-GLORY-Phase abgegeben hätte, gewährt er einen Ausblick auf sein wohl traditioneller ausfallendes viertes Soloalbum. Ein Mann, der längst nichts mehr beweisen muss, zeigt hier allen, wer der „Chief“ ist. Hoffen wir, dass es in zehn Jahren zu einer von keiner Oasis-Reunion unterbrochenen Vol. 2 kommt


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