Norah Jones Begin Again


Blue Note/Universal (VÖ: 12.4.)

Vielleicht handelt es sich doch um ein Luxusproblem, dass wir Norah Jones dermaßen als Grammy-Gewinn-Person und international durch alle Anstalten der Lobpreisung gereichte Jazzpop-Alleinstehende denken, wenn wir ihre Musik abspielfertig vor uns liegen haben. Dass wir glauben, der 40-jährigen Sängerin und Pianistin kein Geheimnis mehr abgewinnen zu können, außer dass es eigentlich gar kein Geheimnis (mehr) gibt.

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Auserzählt und von vorn nach hinten durchgespielt also? Facts first: vier der sieben neuen Songs, namentlich „My Heart Is Full“, „It Was You”, „A Song With No Name“ und „Wintertime“, sind letztes Jahr für Jones-Verhältnisse relativ geräuschfrei digital veröffentlicht worden. Von den drei anderen tanzt vor allem der Schlussakt dieses kleinen Albums aus der Reihe: „Just A Little Bit“ schwankt so schön unentschlossen zwischen Jazz-Erzählung (Dap-King Dave Guy spielt Trompete) und Charts-Pop-Balladentum, und das war dann so doch noch nicht erzählt worden.

Die beiden von Jeff Tweedy (mit)geschriebenen, produzierten und an der Gitarre begleiteten Songs fallen wie aus einem anderen Universum auf BEGIN AGAIN: Norah Jones‘ Stimme ist mal nicht vorne, sie geistert mehr durch das Hinterzimmer dieser Musik. Und bei „Wintertime“ springt uns noch eine Idee von Country an. Da ist wieder dieses Schillern, das wir noch von der Zusammenarbeit mit Danger Mouse erinnern, wenn hier auch die Farben ganz anders wechseln.

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