Simian Mobile Disco – Sample and Hold

Man kann das Debütalbum von Simian Mobile Disco Attack decay sustain release vom vergangenen Jahr-vor allem auch, aber nicht nur, unter Berücksichtigung der Bandhistorie – als eine Art elektronisches Remixalbum imaginärer Pop-Songs bezeichnen. Wenn Jas Shaw und James Ford jetzt das komplette Album von den Remixern ihrer Wahl bearbeiten lassen (eine Idee, die oftmals freilich einen unanhörbaren Blödsinn nach sich zieht), setzen sie noch einen drauf,erinnern aber auch an die Schwachstellen ihres guten, aber nicht sehr guten Debüts. Es war-im sich aufdrängenden Vergleich zum fast zeitgleich erschienenen Justice-Debütalbum-ein bisschen inkohärent, enthielt freilich die ein oder andere Unverschämtheit, die auch heute noch den globalen Dancefloor beschallt(„lt’s The Beat“, „Hustler“, „Tits And Acid“). Das mit der Inkohärenz ist auf sample and hold geblieben, allein durch die Unterschiedlichkeit der Remixer(Erol Alkan& Richard Norfis, Simon Baker, Shit Robot, Joakim.CosmoVitelli), aber auch durch die Prägnanz und Entschiedenheit der einzelnen Tracks werden die Neubearbeitungen (zwischen Future Disco, Psychedelic-Rock und Minimal Techno) in der Summe besser als die Originale. Shit Robot (vom DFA-Label) verwandelt „It’s The Beat“ in einen futuristischen Samba mit minimalistischen Gitarrenlicks. Joakims Lesung von „Hustler“ wird zur ekletizistischen Präsentation der zeitgenössischen elektronischen Möglichkeiten. Cosmo Vitellis Remix von „Hotdog“ als funky Electro-Track kommt mit versteckten Referenzen an Kraftwerk. Und „Sleep Deprivation“ im minimaltechnoiden funky „Simon Baker Remix“ wird zum Hit in it’s own right Diese Tracks sind nicht nur im DJ-Koffer gut aufgehoben, sondern auch zu Hause, wo sich bei der Zielgruppe mittlerweile ein gewisses Remix-Bewusstsein entwickelt hat. VÖ: 25.7.

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