The Smashing Pumpkins Shiny And Oh So Bright Vol. 1 / LP: No Past. No Future. No Sun.


Napalm/Universal (VÖ: 16.11.) 

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Es ist ein gewagtes Spiel, ein „Vol. 1“ an einen Albumtitel zu hängen, ergibt sich daraus doch das Versprechen zumindest eines weiteren Teils. Nicht wenigen Bands gehen vorher die Ideen aus, oder sie verlieren das Interesse. Dann bleiben diese Platten bockbeinig in der Diskografie verzeichnet, für immer unvollendet, siehe LISTEN WITHOUT PREJUDICE VOL. 1 (George Michael) oder LIEBE, TOD & TEUFEL, TEIL 1 (EAV). Einiges deutet darauf hin, dass auch der neuen Platte der Smashing Pumpkins ein solches Schicksal drohen könnte.

Das Interesse an der „Reunion“-Tour – Bassistin D’arcy Wretzky durfte dann doch nicht mitspielen – blieb überschaubar. Und wer weiß, wie lange der Band-Friede Corgans Exzentrik standhält? Andererseits spricht vieles für diesen Neuanfang: Live klingt die Band so tight und beseelt wie zu ihrer Blütezeit.

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An eben diese erinnert auch die Single „Silvery Sometimes (Ghosts)“. Da trifft Corgan endlich wieder jenen Sweet Spot zwischen Melancholie und Hymnenhaftigkeit, den er früher instinktiv fand. Seine Inspiration hat er in all den Jahren nicht verloren, das ist auf Platten wie OCEANIA und OGILALA nachzuhören.

The Smashing Pumpkins – Silvery Sometimes (Ghosts) (Official Video) auf YouTube ansehen

Nur sein Publikum ist ihm fremd geworden. Mit dieser Platte will er es zurückerobern. „We gotta make this happen“, singt er zu Beginn. „We’re gonna ride the rainbow!“ Da erhebt sich auch schon der Gospel-Chor. Drama! Opulenz! Kitsch! Dafür hat man diese Band einmal geliebt.

Nur hört sich vieles hier ein wenig verkrampft an. „Solara“ stampft stumpf vor sich hin, „Travels“ erinnert an den Grinsekatzen-Pop von Zwan. Das sind nicht ganz die Pumpkins, die man sich zurückgewünscht hat, eher die der MACHINA-Spätphase. Vielleicht spielen sie sich ja erst warm. Vielleicht ist das nur die erste Etappe auf dem Weg zurück zu alter Größe. Falls das „Vol. 1“ dafür steht, ist es mehr als willkommen. 

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