Thirty Seconds To Mars

IT’S THE END OF THE WORLD BUT IT’S A BEAUTIFUL DAY

Concord/Universal (VÖ: 15.9.)

Die zum Duo geschrumpfte Leto-Brüder-Band im elektronischen Dance-Pop-Rausch.

Kurz nach der Jahrtausendwende war Jared Leto der tiefgründige und künstlerisch ambitionierte Hollywood-Heiland, der sowohl als Schauspieler als auch in der Doppelrolle als Frontmann mit seiner Band Thirty Seconds To Mars zu überzeugen und überraschen wusste. Dabei stand seine, vom älteren Bruder Shannon Leto am Schlagzeug begleitete, musikalische Karriere stilistisch stets unter der Mimen-Tugend der Wandelbarkeit. Weshalb es auch nicht weiter verwundert, dass nach episch-experimentellen Prog-Anfängen unter der Bob-Ezrin-Ägide oder Alternative-Rock-Ambitionen Album Nummer sechs als elektronische Dance-Pop-Platte mit auf Radio-Hit-Format gestauchten Songs daherkommt.

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Konzeptuell kommerziell wird hier die Charts-Checkliste von Backstreet-Boys-Reminiszenzen über Auto-Tune-Arien, Gated-Reverb-Drums oder Millennial Whoops bis hin zu Skrillex-Sounds sorgfältig abgehakt. Mal kitschig wie The Killers im Bon-Jovi-Modus („Never Not Love You“), mal gesanglich mit Coldplay-Tugenden kokettierend („Lost These Days“) oder den größten Kings-Of-Leon-Single-Erfolg mit „World On Fire“ mehr als nur titeltechnisch belehnend, ist das alles – zugegeben – ziemlich weit drüber. Zugleich ist es aber auch so konsequent und formvollendet inszeniert, wie man es von einem manischen Perfektionisten wie Jared Leto erwartet. Method Musicianship, wenn man so will. Und das Finale mit „Avalanche“ versteht gar hymnisch zu verzücken.

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