Rick Ross wegen Vergewaltigungs-Textzeile fristlos aus Reebok-Vertrag entlassen

Reebok hat Rick Ross fristlos aus seinem Werbe-Vertrag entlassen. Grund ist der Vorwurf der Verherrlichung von Vergewaltigungs-Szenarien.

In seinem Song “U.O.E.N.O“ rappt Ross locker über eine Date-Vergewaltigung: „Put Molly [Anm. d. Red.: gemeint ist Ecstasy] all in the champagne. She ain’t even know it. I took her home and I enjoy that. She ain’t even know it.“

Auf Grund dieser Songzeile hat sich die Sportmarke jetzt in einem Statement von dem Rapper gegenüber distanziert: “Reebok verlangt von seinen Partnern, dass ihre Handlungen nicht mit den Werten der Marke in Konflikt geraten. Leider hat Rick Ross das nicht geschafft. Auch wenn wir nicht glauben, dass Rick Ross sexuelle Belästigung befürwortet, sind wir sehr enttäuscht“, ließ Reebok gegenüber TMZ erklären.

Auch vor dem Reebok Store kam es zu einer von der Frauen-Organisation Ultra Violet organisierten Demonstration von aufgebrachten Kunden und Vergewaltigungsopfern, die die Kündigung des Vertrags von Rick Ross verlangten. Online wurden auf einer Petition sogar 72.000 Unterschriften gegen den Rapper gesammelt.

Seine Beschwichtigungsversuche dürften zur Lösung des Problems indes nicht beitragen. “Frauen sind das schönste Geschenk für die Männer. Das war ein reines Missverständnis mit der Songzeile, Vergewaltigung wird in dem Text nicht genannt“, sagte der Rapper im Interview mit einem Radiosender in New Orleans. Ross versucht zu retten, was noch zu retten ist und hat auf Twitter ein kurzes Statement veröffentlicht, in dem er sich abermals von den Vorwürfen distanziert.

Sogenannte “Date-Rapes“ sind vor allem in Amerika ein großes Problem. Nach einer Studie des Department of Justice aus dem Jahr 2012 sind 58 Prozent aller Vergewaltigungen sogenannte “Date Rapes“: Vergewaltigungen, bei denen die Frauen den Vergewaltiger aus lockerer Atmosphäre kennen oder sogar schon mal eine intime Beziehung hatten. Rick Ross‘ vorschnelle Verteidigung, es gehe bei der Songzeile schon deshalb nicht um eine Vergewaltigung, weil die Vokabel „Rape“ nicht genannt wird, ist deshalb als absurd zu werten. Den Song um den es geht, “U.O.E.N.O“, hört Ihr hier.


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