Southside 2016: Es wurde solange gefeiert, wie es ging

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Und ein weiteres Festival ist Unwettern zum Opfer gefallen: Nachdem schon das Rock am Ring in diesem Jahr aufgrund von massiven Gewittern und Blitzeinschlägen abgesagt worden war, traf es an diesem Wochenende auch das Southside-Festival. Während zunächst die Konzerte am Freitag abgesagt werden mussten, kam dann am Samstag, 25. Juni 2016, morgens die Nachricht, dass das Festival nicht fortgesetzt werden kann.

Und es fing doch alles so harmlos an…

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Bei gefühlten 40 Grad machen sich die Ersten am Freitag um 14 Uhr auf dem Weg zum Gelände. Fächer, Kübel mit Eiswasser und Wasserpistolen sorgten für Abkühlung. Oberste Maxime: Nur nicht zu viel bewegen. Es ist heiß, alle schwitzen, die Stimmung ist angeheitert.

15:30 Uhr auf der Blue Stage: Die Jungs von DMA’s betreten die Bühne und gucken auf ein überschaubares Publikum, das aber dafür mit vollem Herzen dabei ist. Es wird geklatscht, so viel wie die Hitze zu lässt, getanzt, soweit der richtige Song gespielt wird – aber die ganze Zeit über wird spürbar genossen. „Hör Dir mal Oasis an und dann die hier“, kommt es von einem offensichtlich nicht mehr ganz nüchternen Musikexperten. Hm, nö danke! Die Jungs aus Kalifornien sind gut und die Musik gefällt.

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16:15 Uhr, noch vier Stunden bis zur Unterbrechung, der Himmel strahlt im unschuldigen Blau: Das Festivalgelände füllt sich. Gruppenkostüme, Schilder und Glitzertattoos dürfen auch beim Southside nicht fehlen. Ahnungslos wird weiter getrunken, Eis gegessen, gute Stimmung verbreitet. Das Publikum im Zelt der Red Stage freut sich über Balthazar und Bear’s Den. Schön war es für die, die sich ins heiße Zelt getraut haben. Draußen wiederum spenden ein, zwei Wolken angenehmen Schatten.

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Auf der Blue Stage spielt Tom Odell gerade seinen Song „Another Love“ , als es anfängt, kleine erfrischende Tropfen zu regnen, und der Regen bietet damit die perfekte Hintergrundmusik für einen zauberhaften Moment.

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Alle freuen sich über die Abkühlung. Doch der Regen wird stärker. Capes werden ‚raus geholt. Viele verschlägt es in die Zelte. Rechtzeitig für Elliphant, die auf der White Stage auftritt. „Where are my bitches? All the girls on the backs for the next song please!“ Hier und da klettern Mädels und Jungs auf die Rücken. Die Schwedin läuft gerade zu Hochtouren auf, als nach der Hälfte ihres Sets ihr Mikro ausgeht. Unwetterwarnung. Ist ernst zu nehmen. „Bitte begebt Euch in Richtung Autos!“, heißt es.

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Draußen dürfen Flogging Molly noch ihr Set zu Ende spielen, als dann die Nachricht auf der Main Stage über die Lautsprecher verkündet wird. Im Hintergrund nähert sich die tiefschwarze Wolkenfront. Um 22 Uhr ist das Gewitter direkt über dem Festivalgelände. Am nächsten Morgen dann die traurige Nachricht: das war’s mit Southside. „Uns blutet das Herz, aber Eure Sicherheit steht an erster Stelle. Kommt gut nach Hause, fahrt vorsichtig“, schreibt der Veranstalter auf Facebook. Bei den Besuchern hängen die Köpfe, aber die Reaktionen sind überwiegend verständnisvoll: „Großes Lob an den Veranstalter. Alle wurden super schnell in Sicherheit gebracht!“, so Festivalbesucherin Melanie (30) am Samstag.

Der Blick auf die Zeltplätze macht das Ausmaß des Sturms brutal deutlich. Trotzdem: Schön war’s, solange es anhielt.

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Was ist das bloß für ein Festival-Sommer? Auch das Southside musste vor dem Wetter kapitulieren – so sieht es jetzt auf dem Gelände aus.auf Musikexpress ansehen

Florian Stangl


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