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Studie: Musik wirkt auf Menschen wie Sex und Drogen

Ihr kennt sicher das Gefühl, wenn die Lieblingsplatte einen Kratzer bekommen hat, oder wenn die große Liebe „etwas Abstand braucht“, oder wenn kein Heroin mehr im Haus ist. Das alles fühlt sich völlig identisch an, ist Euch das schon einmal aufgefallen? Die McGill-Universität in Kanada hat diese These nun mit einer Studie untermauert.

Um festzustellen, ob die von den Hirnforschern aufgestellte These zutrifft, dass Musik die gleichen Mechanismen im menschlichen Gehirn hervorruft wie Drogen und Sex, haben die Forscher eine Studie mit dem schmissigen Titel „Anhedonia to music and mu-opioids: Evidence from the administration of naltrexone“ ins Leben gerufen. Für die Studie ließen die Neurologen ihre Probanden unterschiedliche Musik hören: Musik, die ihnen besonders viel Freude bereitet und neutrale Musik. Dazu bekamen die Studienteilnehmer entweder Placebos oder den Wirkstoff Naltrexon (NTX). NTX bewirkt, dass synthetische Opiate wie Heroin, aber auch körpereigene Opioide (Endorphine) vom Gehirn nicht aufgenommen werden können und so das Gefühl von Euphorie hemmen.

Nur gute Musik wirkt wie Drogen

Das Ergebnis der Studie habt Ihr ja bereits in der Überschrift gelesen: Probanden, die angenehme Musik hörten und zuvor NTX eingenommen hatten, waren sowohl subjektiv als auch objektiv (mit psychophysiologischen Mitteln gemessen) weniger glücklich, als solche, die angenehme Musik hörten und Placebos eingenommen hatten. Bei „neutraler“ Musik regte sich mit und ohne NTX nichts.

Musik setzt also die gleichen Wirkmechanismen frei wie Opiate. Endlich wissen wir also, warum Veranstalter und Ticket-Dealer ihre Karten mitunter zu horrenden Eintrittspreisen loswerden können. Musik-Fans sind schlicht süchtig nach ihren Lieblingsbands. Begrüßenswert wären angesichts dieser Neuigkeiten bei besonders schweren Fällen der Abhängigkeit (z.B. Musikjournalisten) Festivals oder zumindest Vinyl-Gutscheine auf Rezept, hierzu gibt es jedoch noch keine Informationen.

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