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Themeninterview: David Lynch über das Musizieren

Herr Lynch, Sie bezeichnen Ihre Musik als „modernen Blues“. Ist Ihnen der Blues, mit dem Sie aufgewachsen sind, zu altmodisch?
Nein, das kann man so nicht sagen. Ich bin mit Rock’n’Roll aufgewachsen. Rock’n’Roll ist dem Rhythm’n’Blues entsprungen, und Rhythm’n’Blues kommt aus dem Rockabilly. Ich liebe diese raue Kraft, die aus der „Hochzeit“ der Elektrizität mit einer Gitarre entsteht. Ich mag Elvis Presley, John Lee Hooker und diese Sachen.

Also ist Elektrizität das moderne Element?
In gewisser Weise ja. Mein Produzent Dean Hurley und ich haben mit Musik experimentiert, die auf dem Blues basiert – und versucht, sie in eine moderne Umgebung zu schubsen.

Die Single zum Album, „Good Day Today“, ist allerdings Clubmusik …
Ja. Das war ja auch der Anstoß für das ganze Album. Jemand brachte ein Mädchen mit und sagte: „Sie steht auf Dance.“ Da fragte ich mich: „Dance? Wie funktioniert das?“ Kurz danach hatte ich einen Text, und am nächsten Tag nahm ich mit Dean „Good Day Today“ auf. Ein Radio-DJ in L.A., der den Track spielte, hielt es für ein Stück von Underworld. Eine Plattenfirma wollte es vertreiben und bat um eine B-Seite, also gaben wir ihnen „I Know“, das schon wesentlich näher am Blues ist. Die Platte verkaufte sich gut, die Firma fragte, ob wir noch mehr Musik haben, und so kam das Album zustande.

Ihre Stimme ist auf dem Album meist manipuliert zu hören. Warum?
Um sie besser der Stimmung der Songs anzupassen. Und weil wir in dieser wunderbaren Welt leben, in der sich alles manipulieren lässt. Die Stimme ist dadurch bei jedem Song eine andere. Ich mag besonders die hochgepitchte. Wir manipulieren auch das Schlagzeug und die Gitarre. Sie klingt dann wie eine Maschine. Ich mag die Vorstellung, dass meine Gitarre mit Benzin läuft und einen alten V8-Motor aus den 50er-Jahren hat. Ein Ding, das qualmt und stinkt.



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