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Warum Radiohead den vielleicht größten Hit ihrer Karriere bisher nie veröffentlichten

Es gibt Bands, die nur für einen von Radiohead-Songs töten würden. Und es gibt Radiohead, die ihre größten Hits einfach mal aus dem Programm nehmen oder gar nicht erst auf die Welt loslassen. „Creep“ zum Beispiel, ihren Smasher aus dem Jahr 1993, spielten sie über Jahre hinweg nicht live, weil er ihnen, nicht zuletzt wegen seines kommerziellen Erfolgs und den ewigen Nachfragen, zum Hals raushing. Und dann gibt es da noch einen Song namens „Lift“, der, glaubt man Radiohead-Gitarrist Ed O’Brien, ein noch viel größerer kommerzieller Erfolg hätte werden können – und den Radiohead deshalb bisher nie aufgenommen und veröffentlicht hatten.

In einem Interview mit BBC 6 Music berichtet O’Brien, dass „Lift“ derart euphorisch angenommen worden sei, als sie den Song 1996 live spielten, dass Radiohead Angst hatten, dass eine offizielle Veröffentlichung ihnen einen so immensen Popularitätsschub hätte bescheren können, den sie gar nicht wollten. O’Brien sagt:

„We played that live with Alanis Morissette. It was a really interesting song. The audience, suddenly you’d see them get up and start grooving. It had this infectiousness. It was a big anthemic song. If that song had been on that album, it would’ve taken us to a different place, and probably we’d have sold a lot more records — if we’d done it right. And everyone was saying this. And I think we subconsciously killed it. If OK COMPUTER had been like JAGGED LITTLE PILL, it would’ve killed us. But ‚Lift‘ had this magic about it. But when we got to the studio and did it, it felt like having a gun to your head. There was so much pressure. But saying that, I’ve got a monitor mix, and it is pretty good.”

Nun, über 20 Jahre und der Erarbeitung eines über jeden Zweifel erhabenen Standings unter Fans und Kritikern später, sehen Radiohead das offensichtlich lockerer: Auf OKCOMPUTERNOTOK, der Jubiläumsedition von OK COMPUTER, wird eben jener Mix von „Lift“ veröffentlicht werden. Zu hören ist er noch nicht, aber schon die Liveaufnahmen von damals lassen erahnen, dass Radioheads Sorgen berechtigt gewesen sein könnten: „Lift“ beginnt wie Snow Patrols „Run“, hält den Ball während der ersten Strophe flach und steigert sich im Refrain und weiteren Verlauf mit synthetischen Streichern tatsächlich in eine Poprockhymne, die Radiohead ungewollt die verspätete wie unpassende Britpop-Krone hätte aufsetzen können – zu einer Zeit, als sie sich von ihrem alten THE BENDS-Sound eigentlich selbst längst verabschiedet hatten.

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