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Brand New wurden nach Missbrauchsvorwürfen von Spotifys „Jahresrücklick“-Playlists entfernt

Brand New wurden Berichten zufolge von Spotifys jährlichen „Wrapped“-Playlists entfernt. Screenshots verschiedener Spotify-Nutzer zeigen, dass die US-amerikanische Alternative-Rock-Band noch wenige Tage zuvor auf der Liste ihrer 2019 meistgehörten Interpreten zu finden war, inzwischen aber anscheinend von dieser entfernt wurde.

Grund für die Entscheidung des Streaminganbieters könnten die Anschuldigungen dreier Frauen sein, die bereits 2017 gegen Jesse Lacey, den Sänger der Band, vorgebracht wurden. Demnach soll Lacey sich damals zunächst das Vertrauen der damals minderjährigen Mädchen erschlichen und sie anschließend dazu aufgefordert haben, ihm anzügliche Fotos zu schicken. Auch via Webcam und bei persönlichen Begegnungen soll es den Anklägerinnen zufolge zu traumatisierenden Übergriffen gekommen sein.

Lacey entschuldigte sich kurz nach Bekanntwerden der Anschuldigungen mit einem offiziellen Statement, in dem er angab, dass ihm seine „vergangenen Taten“ leid täten. Er sei damals „egoistisch, narzisstisch und unsensibel“ gewesen und habe sich von seiner „Lust, Sex, Liebe und Erregung“ steuern lassen, die ihm als Werkzeug zur Bewältigung seiner eigenen Probleme gedient hätten.

Bereits 2018 hatte Spotify mit dem Entfernen von R. Kellys Musik aus den algorithmisch zusammengestellten Playlists und Empfehlungen einen Präzedenzfall geschaffen. Zwar können seine Songs nach wie vor in der Mediathek gefunden werden, allerdings gab Spotify bekannt, die Songs nicht mehr „aktiv zu bewerben“. Dem R’n’B-Sänger werden unter anderem zahlreiche Fälle des Kindesmissbrauchs vorgeworfen.

„Wir zensieren unsere Inhalte nicht wegen des Verhaltens eines Interpreten“, hieß es damals in einem offiziellen Statement des Streaminganbieters, „aber wir möchten, dass unsere redaktionellen Entscheidungen unsere Werte reflektieren.“

Kurz zuvor hatte Spotify seine neuen „Hate Content & Hateful Conduct“-Richtlinien verabschiedet, mit denen eigenen Angaben zufolge ein Klima der „Offenheit, Diversität, Toleranz und Respekt“ angestrebt werden soll. Darin heißt es unter anderem: „Wenn ein Künstler etwas tut, das als schädlich oder hasserfüllt definiert werden kann (z.B. Gewalt gegen Kinder und sexuelle Gewalt), kann dies die Art unserer Zusammenarbeit sowie unsere Unterstützung des Interpreten beeinflussen.“


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