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Ein Dokumentarfilm über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit in der Festivalindustrie

BTS: Warum Sugas Eltern ihn von seiner Karriere abhalten wollten

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Das 28-jährige BTS-Mitglied Suga, der bürgerlich Min Yoon-gi heißt, gibt zu, dass seine Eltern nicht glücklich mit seiner Berufswahl waren – vor allem damit nicht, dass er rappen wollte. Und das, obwohl in Südkorea ein Job im Musikbusiness hart strukturiert ist und man als Musiker*in erfolgreicher denn je sein kann.

Südkorea und K-Pop: Bittere Armut und hart erkämpfter Wohlstand

Dort ist ein Job etwa als K-Pop-Star mit einer gnadenlosen Ausbildung, mit Langzeitverträgen bei Labels und Studios verbunden. Und das seit rund 20 Jahren, wenn man sich die Geschichte des K-Pops ansieht: Ungefähr kurz nach der Jahrtausendwende ließ sich zuerst die chinesische Jugend vom K-Pop-Virus infizieren, wenig später folgten die Länder Südostasiens.

Sie konnten sich gut mit der Erfolgsgeschichte Südkoreas identifizieren: ein Land, das sich nach der Erfahrung bitterster Armut den Wohlstand hart erkämpft hat. Vor allem aber wurden Südkoreas Boy- und Girlgroups zu den am besten gestylten des ganzen Kontinents, ihre Videos waren kreativ und das ausgeklügelte Saubermann-Image war mit Werbeverträgen jeglicher Art kompatibel.

Suga: Ich hatte etwas zu beweisen

Der Job als Musiker in Südkorea ist also definitiv hart und fordernd, aber die Tätigkeit sehr anerkannt. Sugas Eltern waren anfangs dennoch nicht glücklich. Und das lag vor allem daran, dass er nicht nur singen und tanzen wollte, sondern auch rappen, wie er kürzlich in einem Interview dem amerikanischen ROLLING STONE erzählte.

Suga feierte Hiphop und Rap schon vor seiner K-Pop-Karriere, seine Eltern hingegen nicht. Sie haben Rap-Musik nicht verstanden, erzählt Suga im Interview. Darum ist nur natürlich, dass sie gegen das waren, was ich gemacht habe. Ich glaube, das hat mich motiviert, noch härter zu arbeiten, weil ich etwas zu beweisen hatte.

Min Yoon-gi verwendet bei BTS seinen Bühnennamen Suga. Rappt er alleine, dann veröffentlicht er seine Musik unter dem Synonym Agust D. Hier eines seiner erfolgreichen Videos (fast 233 Mio. Aufrufe):

BTS auf der Überholspur

Die K-Pop-Superstars BTS stellten kürzlich mit ihrem englischsprachigen Hit „Dynamite“ einen Weltrekord auf, da der Clip zur Single die „meisten gleichzeitig zuschauenden Viewer für ein Musikvideo auf YouTube Premieres“ erreicht hat. Mit dem Album MAP OF THE SOUL: 7 haben sie sich den Titel des meistverkauften Albums im Jahr 2020 gesichert. Des Weiteren führten sie kürzlich die „Global Album All Format Chart“ der „International Federation of the Phonographic Industry“ an. Am 14. März 2021 holten BTS trotz Nominierung zwar keinen Grammy, räumten dafür jedoch bei einem anderen Musikpreis ab: Bei den 35. Golden Disk Awards in Japan gewannen sie ganze acht Auszeichnungen. Damit stellten sie einen neuen Rekord für ausländische Künstler*innen auf.


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