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Hype beiseite: 8 Podcasts, die sich wirklich lohnen

2012 ging die Podcastwelle in Deutschland so richtig los: Jan Böhmermann und Olli Schulz plauderten auf dem Radiosender radio1 vom rbb unter dem Namen „Sanft und Sorgfältig“ munter drauf los und nannten es Radiosendung. Der vorherige, an Genialität kaum zu übertreffende Name „Joko & Klaas mit Olli & Jan“ musste aufgrund fehlender Präsenz von eben diesen Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf verworfen werden.

Dadurch, dass der Radiosender die Sendung von Böhmermann und Schulz nach Ausstrahlung in der Mediathek bereitstellte, war der Startschuss für die große, kommerzielle, deutsche Podcastindustrie gefallen. Von diesem Zeitpunkt an konnten oder wollten auf einmal alle Menschen mit einem Mikrofon und Internetzugang ihre Gespräche über jegliche Themen aufzeichnen, dies dann Podcast nennen und in der ganzen Welt verbreiten. Auf der einen Seite brachte dies eine immense Vielfalt in die Podcastbranche, sorgte aber auf der anderen Seite dafür, dass der Markt überflutet wurde und man längst nicht mehr alles hören konnte, was man hören wollte.

In dieser Vielfalt ist es sehr schwer, den Überblick zu behalten und immer auf dem neuesten Stand zu sein. Was passiert gerade an der Quasselfront? Welcher Musiker hat diese Woche wieder seinen ersten eigenen Podcast an den Start gebracht? Und warum bringen überhaupt so viele Musiker ihren eigenen Podcast raus? Nura, Curse, Casper, Drangal, Mädness & Döll, um nur einige Namen zu nennen, sie alle haben ihren eigenen Podcast. Ist es reine Willkür, dass hier gerade nur Rapper*innen aufgelistet wurden oder ist Deutschrap wirklich so eng mit der Podcastbranche verwandt?

„Fest & Flauschig“, wie der Podcast von Schulz und Böhmermann heißt, seit sie zu Spotify rübergemacht haben, büßt von Jahr zu Jahr an Qualität ein und verliert an Reiz. Wo die zwei Dampfplauderer früher noch in vielen Bereichen als Vorreiter und Pioniere galten, blicken sie jetzt schon manchmal fast verbittert auf das, was nach ihnen kam. Dazu kamen unheimlich schlecht vorbereitete, lustlose Live-Shows, die einem den gesamten Podcast madig machten.

Die folgende Auflistung versucht sich in einem Überblick darüber, welche deutschen Podcasts fernab von „Fest & Flauschig“, „Besser als Sex“ oder „Gemischtes Hack“ sich wirklich lohnen.

Platz 8: COSMO Machiavelli Rap und Politik

Rap und Podcast scheinen eng verbunden zu sein, aber wie kommen Rap und Politik zusammen? Vasilli Golod und Jan Kawelke versuchen dieser Frage auf den Grund zu gehen und aufzuzeigen, was Rap und Politik gemeinsam haben. Wie hängt Rap mit Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zusammen? Wie sollte man mit dem Sexismus-Problem, das nach wie vor in Deutschland herrscht, umgehen? Warum sollte die Regierung Eko Fresh hören? Und weshalb ist Europa unfähig das Sterben im Mittelmeer aktuell zu verhindern? Solche Fragen sind nur beispielhaft für die thematische Vielfalt des Podcasts. Um solche Themenkomplexe aufzuarbeiten, haben Golod und Kawelke sich schon namenhafte Gäste wie Maxim von K.I.Z, Yassin, Gregor Gysi, Martin Schulz, Mavi Phoenix und Salwa Houmsi dazu geholt.

Den Themen wird sich grundsätzlich von zwei Standpunkten aus genähert; dem Standpunkt der Politik und dem des Raps. Seit Mitte August 2018 sind die beiden schon am Start. Eine Hörempfehlung gibt es hier für die Folge „Gregor Gysi & Maxim K.I.Z – Ungerecht“.

Platz 7: Proseccolaune

Auf dem siebten Platz befindet sich ein ehemaliger Rapper: Cristian Blos alias Nanoo. Zusammen mit Marek Bäuerlein bilden sie das dynamische Duo von „Proseccolaune“. Nanoos musikalische Karriere ist relativ überschaubar, aber mit seiner „Sonntagabend“-EP aus dem Jahre 2014 hat er sich auf die Bildfläche von Deutschrap gebracht. Leider fand die EP bisher noch keinen Nachfolger. Dafür findet Nanoo schon seit geraumerer Zeit in den unterschiedlichsten Podcasts statt, „Proseccolaune“ ist einer davon.

Marek und Nanoo werfen sich in den meist einstündigen Folgen die besten Anekdoten, waghalsigsten Theorien und schönsten Geschichten hin und her. Nebenher gründeten sie ihre eigene Sekte „Die Geilen 1000“ und hatten ihre eigene Radioshow. Ursprünglich handelte es sich bei dem Podcast um ein exklusives Produkt aus dem von „Radio Nukular“ ins Leben gerufene Podcast-Universum „Nukuversum“ und war dort nur gegen Bezahlung zu hören. „Proseccolaune“ ist ein reines Comedyformat.

Auf ihrer Homepage beschreibt Journalist und Autor Jan Wehn den Podcast folgendermaßen:

 Bei „Proseccolaune“ fließt der Schaumwein in Strömen und es wird sich den wirklich wichtigen Dingen gewidmet: Hundewelpen, Sandwichmaker, exotische Früchte. Keiner ergeht sich so leidenschaftlich in essentiellen Bedeutungs­losigkeiten wie die beiden unterfränkischen Wuchtbrummen Mari und Grissi.

Die Veröffentlichungen erfolgen in relativ unregelmäßigen Abständen. In ihrer vorerst letzten Folge kündigten sie jedoch an, erst einmal ein kleines Kreativ-Päuschen einzulegen, um dann komplett verändert und optimiert zurück zu kommen.

Hörempfehlung für „Episode #9 – Straußentandem“.

Hier geht es zu den Plätzen sechs bis vier:



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