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Farid Bang erklärt Menschen in Düsseldorf jetzt die Corona-Regeln

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Um die Jugendlichen der Partyszene in Düsseldorf für die geltenden Corona-Maßnahmen und -Regelungen zu sensibilisieren, hat der Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) eine, ähm, interessante Wahl getroffen: In einem kurzen Clip, der am Mittwoch, den 22. Juli 2020 veröffentlicht wurde, richtet sich der Gangster-Rapper Farid Bang persönlich an alle jungen Menschen der Stadt und fordert sie dazu auf, sich an die Abstandsregeln zu halten. Für seine Entscheidung, den als kontrovers angesehen Rapper als Corona-Botschafter zu engagieren, musste Geisel nun massive Kritik einstecken.

Farid Band als Corona-Botschafter

https://www.youtube.com/watch?v=6RQz5Ltjpp8

In dem rund 40-sekündigen Video sieht man, wie Farid Bang vor einer Brücke am Rhein steht, während er in die Kamera sagt: „Haltet euch an die Abstandsregeln, die wir hier in Düsseldorf haben.“ Er fügt hinzu: „Benehmt euch. Hört auf, hier Unfug zu machen, sonst ziehe ich euch die Ohren lang.“ Zwar hatte der Bürgermeister vor einigen Tagen offen zugegeben, dass Farid Bang eine „ausgesprochen kontroverse Figur“ sei – der Videoclip wurde gestern trotzdem ausgestrahlt. Dafür hagelt es jetzt Kritik: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger – Antisemitismusbeauftragte von Nordrhein-Westfalen – bezeichnete die Wahl Geisels, Farid Bang für das Projekt zu engagieren, als „schwer zu ertragen“. Weiter meinte sie im Gespräch mit der „Rheinischen Post“: „Die Vorbildfunktion eines Musikers wie Farid Bang muss hinterfragt und diskutiert werden, wenn er Antisemitismus propagiert und zudem immer wieder auch mit gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texten provoziert.“

Im Jahr 2018 hatten die Rapper Kollegah und Farid Bang mit einer antisemitischen Textzeile eine deutschlandweite Debatte ausgelöst, die letztendlich in der Abschaffung des Echo-Preises resultierte.  Zwar hatte sich der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Farid Hamed El Abdellaoui heißt, für seine Aktion öffentlich entschuldigt – seine sexistischen und homophoben Songtexte stehen dennoch weiterhin in der Kritik.


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