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Kritik

„Fluch der Karibik 5“-Kritik: Klassentreffen der Lustlosen

Wer Lust hat, der darf nicht. Und wer darf, der hat einfach keine Lust mehr. „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ ist der mittlerweile fünfte Teil der Effektorgie mit Johnny Depp. Und dieser offenbart vor allem die Unlust der Franchise-Veteranen, denen aber immer noch die großen Momente zugesprochen werden.

Im angeblich letzten Teil der Piraten-Reihe, die als Trilogie angelegt zwischen 2003 und 2007 gigantische Erfolge feierte und zuletzt 2011 mit einer vergessenswerten Handlung wiederbelebt wurde, kehren noch einmal alle Granden der See für ein teures Klassentreffen zurück. Orlando Bloom als Will Turner (für 5 Minuten), Keira Knightley als Elizabeth Swann (für 15 Sekunden), Geoffrey Rush als Barbossa und natürlich Depp als Captain Jack Sparrow. Wer nicht zurückkehrt ist Gore Verbinski, der die ersten drei Filme inszeniert hat. Und die Abenteuerlust des Regisseurs fehlt an den meisten Stellen des Films.

„Salazars Rache“ ist nur an den seltensten Stellen aufregendes und inspiriertes Kino, zumeist verliert sich der Film mit der Aufarbeitung einer eigentlich schon abgeschlossenen Vergangenheit. Diese holt Kapitän Sparrow in Form von Henry Turner (Brenton Thwaites) und Salazar (Javier Bardem) ein. Beide haben ein großes Interesse daran, den berühmten und immer noch versoffenen Sparrow zu finden und durch ihn den Dreizack des Poseidon zu finden. Dieser ermöglicht es, jeden Fluch der Meere zu brechen. Henry Turner will damit seinen von Orlando Bloom gespielten Vater befreien, Salazar aus dem Reich der Toten zurückkehren.

Ein einziges Schulterzucken

Denn in dieses hat ihn ein junger Jack Sparrow gestoßen. Salazar war ein Piratenjäger, der via Zauberkompass und einem durch CGI verjüngten Johnny Depp in eine Falle gelockt wurde. Und eigentlich dreht sich der neueste Eintrag der Filmreihe nur um diese Szene. Wie kam Sparrow zu seinem Spitznamen? Woher hat er sein Kopftuch? Woher hat der den Kompass, der ihm vier Filme lang treue Dienste leistete? Und mit wem ist eigentlich Barbossa verwandt?

Henry (Brenton Thwaites)

Die Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg begehen einen Fehler, der in großen Franchises mittlerweile oft gemacht wird. Sie zeigen eine Vorgeschichte, nach der niemand gefragt hat. Ridley Scott verwendet mehrere Filme auf die Entstehung seines Aliens, George Lucas verschwendete seine „Star Wars“-Prequels für die Biografie Darth Vaders, in „Fantastische Tierwesen“ erklärt Joanne K. Rowling in den kommenden Jahren die Vorgeschichte zu Harry Potter.

Im neuesten „Fluch der Karibik“ ist das besonders bedauernswert. Bardem gibt einen fantastischen, beängstigenden Schurken, die Franchise-Neulinge Thwaites und Kaya Scodelario (als Carina Smyth) hätte man gern in einem von Sparrow losgelösten Abenteuer erlebt. Doch ihre unverbrauchten Stimmen dienen den alten Herren nur als Stichwortgeber für einen Plot, der alle bisherigen Filme der Reihe mit einem Schlag zur Belanglosigkeit verdammt. Über die Zeit rettet sich „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ nur durch einige Szenen, in denen Designs und Effekte so opulent sind, dass sie sogar Johnny Depps Lustlosigkeit überstrahlen.

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