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HipHop-Recap: mit Apsilon, Disarstar, Shirin David und Timbaland


Neue Tracks rund um Selbstbestimmung und Gesellschaftskritik. Hier gibt's den Überblick.

Was gibt’s Neues? Disarstar, Apsilon und Paula Hartmann teilen in ihren jeweiligen Singles ihre persönlichen Erfahrungen und ihre Gedanken zu den Schwächen der Gesellschaft mit. Und Timbaland feat. Vita und auch Shirin David zelebrieren ihre Errungenschaften sowie die weibliche Lust.

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Apsilon – „Baba“

„Baba“ ist Apsilons Vater und dessen Stärke gewidmet. Dabei bedankt er sich bei seinem Erzieher und wünscht sich zugleich mehr Humanität von diesem. „Baba“ lässt noch mal neu über toxische Männlichkeit nachdenken und weckt Mitgefühl für all die vorigen Generationen, in denen Männer sich nicht verletzlich genug zeigen durften. Gleichzeitig ist der Track ein Aufruf zur Selbstreflexion – und wie das ausschauen kann, macht Apsilon vor.

Er erklärt, welche Narben die ewig waltende Stärke seines Vaters bei ihm hinterlassen haben – auch auch welche Vorteile seine Stärke mit sich brachte. Er berichtet zudem von den Momenten in der Kindheit, die man erst im Erwachsenenalter so richtig versteht – von den Augenblicken, in denen Schwierigkeiten vom Vater schlicht „weggelächelt“ wurden, sodass der Nachwuchs im Bestfall nichts von den Problemen mitbekommt. Alles Vorgehensweisen, die nicht zuletzt auch bei Apsilon mit der Zeit dazu führten, den Vater nachzuahmen. Weinen ist da plötzlich gar keine leichte Sache.

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Paula Hartmann – „Candy Crush“

Paula Hartmann bewegt sich seit Anbeginn ihrer Karriere zwischen Pop und HipHop. Anfänglich mehr wegen der Rap-Features, die sie ergatterte. Mittlerweile hat sich ihr Sound allerdings etwas verändert und auch ihr Gesang ist irgendetwas zwischen gesungenen Rap und gesprochenen Gesang.

Der Titel ihrer neuesten Single führt in jedem Fall weiter in die Irre: Hier geht es weder um Liebe, noch um zuckerwattensüße Vergleiche. Die 22-Jährige spricht in dem Track über eine selbstzerstörerische Einstellung, in der Schmerz zu Drogen und ungesunden Ablenkungen führt. Hartmanns Stammproduzent Biztram liefert dazu leichte Jersey-Club-Rhythmen und schnellen Beats.

„Baller‘ weg so wie bei Candy Crush/Staub auf Plakaten, allеs Angel-Dust/Niеmand glaubt mehr, wir verändern was/Ganzer Jahrgang 27 Club“

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Disarstar – „Regenjacke“

„Regenjacke“ ist eine Hommage an Distarstars Heimat Hamburg. Das Stück soll der Stadt allerdings weniger schmeicheln, als die soziale Ungleichheit dort aufzeigen. Auf einen Beat von Jugglerz spricht der Deutschrapper über die Idealisierung des Ortes, in der von einem Großteil der Leute die Augen vor der Armut und der Hilflosigkeit vieler dort lebenden Menschen verschlossen werden. Die „Regenjacke“ sei dabei neben „Pfefferspray, HVV und AMG“ die Alltagsrealität.

„Realität woll’n Touristen nicht seh’n/Klassengesellschaft, nicht Mitten im Leben/Aids und Hepatitis C/Kleine Kids, die sich Stiche geben/Hier werden Opfer zu Tätern“

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Shirin David – B**CHES BRAUCHEN RAP (Deluxe Edition)

2021 veröffentlichte Shirin David ihr zweites Album B**CHES BRAUCHEN RAP. Nun folgte eine erweiterte Version der LP, in der David zwei neue Tracks „Heidi“ und „Periodt“ und Remix-Versionen von „NDA’s“ und „Ich darf das“ beigefügt hat.

In den beiden neuen Songs unterstreicht die 28-Jährige ihre Errungenschaften. Während „Periodt“ den Fokus mehr auf ihre Karriere-Erfolge setzt, konzentriert sich „Heidi“ eher auf das Aussehen und die sexuellen Leidenschaften der Rapperin.

Für den Remix zu „Ich darf das“ nahm sich David außerdem die Frankfurter Rapperin Josi als Feature-Gästin auf den Track. Josi ist nicht nur der Voract der derzeitigen „Shirin David Livetour“, sondern ebenfalls ein neues Signing bei Davids Label Juicy Money Records.

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Shirin David: „Innerlich habe ich meine Karriere schon sehr oft beendet“ 

Timbaland ft. Vita – „Desire“

Wer in den Track bereits reinhört, fragt sich vielleicht: Ist das noch HipHop oder kann das weg? „Desire“ lässt sich wohl eher in die R&B-Schiene einordnen, doch da das Genre mindestens ein genauso fester Bestandteil der HipHop-Szene wie Timbaland selbst ist, hat der Song sicher eine Erwähnung im Recap verdient.

Im September vereinigte der Produzent bereits für seine Single „Keep Going Up“ die drei Kräfte, die wahrscheinlich jedes Millennial-Herz schneller schlagen lassen: Nelly Furtado und Justin Timberlake. Die erste musikalische Reunion seit ihrer gemeinsamen Single „Give It To Me“ 2007. Und auch wenn Timberlakes Name aktuell eher einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, machte Timbaland damit eine ordentliche Ansage, um klar zu machen, dass ein neues Album 2023 kommt.

Mit „Desire“ folgte der sechste Vorgeschmack zur neuen LP ohne Namen. Darin besingt Vita — wie der Titel bereits erahnen lässt — die Lust und Leidenschaft. Eine Begierde, in der die Frau den dominanten Part einnimmt.

„I want you right away/Two hands tied up, I make you work for me/Won’t give you time of day, it can’t be all on me“

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