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Interview mit Carl Barât über The Jackals, „LET IT REIGN“ und Style-Regeln auf der Bühne

Während die Musikwelt mit Spannung auf die neue Platte der Libertines wartet, widmet sich Carl Barât zunächst seinem neuen Projekt The Jackals. Für ME.STYLE haben sich die Jungs in Schale geschmissen und beim Fotoshooting in London gezeigt, dass auch Rockstars echtes Stilbewusstsein haben. Im Interview verriet Barât dann noch, bei welchen Bühnen-Outfits er definitiv ein Veto einlegen würde.

ME.STYLE: Die Musik von Carl Barât & The Jackals klingt viel stürmischer und rauer als Deine bisherigen Projekte. Soll „Let It Reign“ als Ausbruch verstanden werden?


Carl Barât: Mein Soloalbum, das ich 2010 aufnahm, war sehr reif und reflektiert. Solche Platten frustrieren mich nach einer Weile, weil ihnen schlussendlich die nötige Energie fehlt. Wenn man so will, sind Carl Barât & The Jackals ein Gegenentwurf dazu. Ich habe ohne Frage eine Disposition zu härterer Rockmusik. Weder mit den Libertines, noch mit den Dirty Pretty Things habe ich soften Pop gemacht. Für LET IT REIGN habe ich aber zum ersten Mal bewusst kantiger klingen und die Gitarren stärker herausarbeiten wollen.

Mithilfe der Jackals?

Junge Musiker, die zum ersten Mal auf Tour gehen und ein Album produziert haben, sind begeisterungsfähig, unverbraucht, heiß auf das Leben mit der Musik. Genauso ist es bei den Jackals.

Deine Vorhergehensweise, die Band per Social-Media-Aufruf zusammen zu stellen, wurde häufig als Indie-X-Factor bezeichnet. Das klingt zunächst etwas unsexy.

Ja, die Bezeichnung ist grauenvoll. Für mich war es einfach ein Versuch, gute, frische Musiker zu finden. Menschen, mit denen ich auf Tour gehen kann und die mich inspirieren. Ansonsten habe ich mit den sozialen Kanälen im Internet nicht viel zu tun. Ich twittere ab und an, selten poste ich etwas bei Facebook. Letzteres übernimmt mein Management oft. Ich finde die Vorstellung zu unangenehm, mich ständig selbst zu promoten.

Außerdem hast Du mit zwei Bands vermutlich schon genug zu tun.

Ich bin die meiste Zeit beschäftigt, das stimmt. Trotzdem versuche ich, nicht allzu lang unterwegs zu sein. In London warten meine Frau und meine Kinder auf mich. Mein jüngstes ist gerade erst zur Welt gekommen. Mehr Schlaf als auf Tour bekäme ich Zuhause also auch nicht. Wenn ich in London bin, ist mein ganzer Tagesrhythmus vom Baby bestimmt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit entscheidet es, wann ich aufzustehen habe. Ich versuche so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern zu verbringen. Obwohl ich mir zuvor nie darüber im Klaren war, dass mich eine Familie so glücklich machen und mein ganzes Leben verändern wird. Ohne sie wäre LET IT REIGN nicht zustande gekommen, weil ich dadurch gelernt habe, die schöpferische Kraft, die man als Künstler hat, wertzuschätzen. Und mit ihr jeden einzelnen Moment im Leben.



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