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Kritik an Rapper Bausa: Warner Music bezieht Stellung

Vom 18. bis zum 21. September 2019 fand in Hamburg das 14. Reeperbahn Festival statt. Rund 50.000 Besucher zogen durch St. Pauli, um über 400 Newcomer aus 50 Nationen live entdecken und erleben zu können – sofern sie in die bis zur Kapazitätsgrenze besuchten Venues überhaupt reinkamen.

Für Schlagzeilen und Unmut unter einigen Fans und Besuchern sorgte eine Personalentscheidung: Nachdem die britische Indie- und Math-Rockband Foals ihren Headliner-Auftritt bei der „Warner Music Night“ wegen einer Verletzung ihres Sängers kurzfristig absagen musste, suchte und fand das auch in Hamburg ansässige Majorlabel Ersatz: Statt Yannis Philippakis und Co. sollte Rapper Bausa auftreten.

Bausa, der mit bürgerlichem Namen Julian Otto heißt, ist einer der kommerziell erfolgreichsten Rapper Deutschlands: Im April 2017 erschien sein Debüt DREIFARBENHAUS. Die Single „Was du Liebe nennst“ hielt sich neun Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts und gilt als der „am häufigsten an der Spitze platzierte deutschsprachige Hip-Hop-Song aller Zeiten“. Der Musiker aus Bietigheim-Bissingen hat seitdem unter anderem mit Diplo und Stormzy zusammengearbeitet – für den Remix zu dessen „Vossi Bop“ musste sich Bausa aber Kritik anhören, auch von uns. In seinem Text heißt es unter anderem „Ich lass keine Hurentochter ungefickt / alle wollen meinen Dick / sogar Lesben werden umgedreht“.

Warners offizielle Ankündigung, Bausa statt Foals beim Reeperbahn Festival 2019 auftreten zu lassen, provozierte entsprechende Kritiknicht nur von enttäuschten Foals-Fans, sondern Medienberichten zufolge auch vom Team des Reeperbahn Festivals selbst, das sich unter anderem für die Initiative Keychange einsetzt.

Zu der nun laut gewordenen Kritik erläutert Lena Wulfmeyer, Unternehmenssprecherin Warner Music Central Europe, in einer Pressemitteilung:

„Wir bedauern, wenn sich Menschen durch einzelne Zeilen eines Songs unseres Künstlers diskriminiert fühlen, und stellen unmissverständlich klar, dass bei Warner Music jegliche Form der Diskriminierung keine Chance hat. Bei uns gibt es keinen Platz für extremes Gedankengut, sehr wohl aber für die künstlerische Freiheit, solange sie sich innerhalb juristisch legaler Grenzen bewegt und nicht als Hassrede zu bewerten ist. Unsere Künstler müssen sich für ihre Werke der öffentlichen Kritik stellen – keine Frage. Dass aber das gesamte Schaffen eines unserer Künstler aufgrund einer einzelnen, ironisch überspitzten Battle Rap Feature Zeile derartig in Verruf gebracht wird, akzeptieren wir nicht. Warner Music steht für Weltoffenheit, Vielfalt und vor allem Toleranz. Und wenn einzelne Interessengruppen für sich beanspruchen, entscheiden zu dürfen, welche Musik gespielt werden darf und welche nicht, dann ist das das Gegenteil der Weltoffenheit und Freiheit, für die wir eintreten. Wer Auftritte und dadurch Kunst verhindern möchte, der schützt nicht diskriminierte gesellschaftliche Gruppen, sondern sich selbst, indem er öffentliche Kritik unterbindet. Wir bedanken uns bei drei großartigen Acts und unseren Gästen für einen schönen Abend und eine tolle Stimmung. Ausdrücklicher Dank gilt dem Docks für die Gastfreundschaft.“ 


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