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Kritik

„Little Women“: Aufgetaute Feel-Good-Story von Greta Gerwig

Ach schade Schokolade, wäre das so ein Film, den man sich zuhause beim Streamingdienst seines Vertrauens reinziehen könnte, während man vor sich hinkränkelt, dann müsste hier kein einziges negatives Wort stehen. Denn in Erkältungsphasen ist der Kopf eh in Watte gepackt und man selbst generell etwas willenlos. Da wäre das Zweitwerk von Greta Gerwig ein netter Zeitvertreib. Alle Protagonist*innen sind gut drauf – und wenn’s mal nicht so ist, dann wird schnell Abhilfe geschaffen. Tiptop Nebenbei-Unterhaltung. Aber jetzt ist das nun mal keine Schmonzette auf irgendeiner Streamingplattform. Das ist allen Ernstes ein fresher Kinofilm. Oder anders gesagt: Die achte Verfilmung der stets autobiografisch eingefärbten Romane von Louisa May Alcott.

Eine Plot-Kurve, die höchstens als nett durchgeht

Wir beamen uns also zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Kostümzeit. Viele Hüte, Öfen zum Heizen, gestelzte Sprache und jede Menge Armut. In dieser Zeit schreibt Jo March (Saoirse Ronan) ihre Geschichten. Manchmal bringt sie mit ihrer Feder etwas Gruseliges, manchmal etwas Verrücktes, aber oft genug auch was Reales aufs Papier. Letzteres sind Geschichten über ihre Familie, insbesondere ihre drei geliebten Schwestern. Sie erzählt davon, wie Meg March (Emma Watson) unbedingt auf einen Ball gehen und dort ihren zukünftigen Mann treffen wollte. Mit ihr zusammen gehen wir zu der Zeit zurück, in der Amy March (Florence Pugh) vor lauter Wut Jos Kunst verbrannte, sie sich zerstritten und wie sich alle beständig um die kranke Beth March (Eliza Scanlen) sorgten.

Der Kosmos der Geschwister wird speziell durch ihre Mutter (Laura Dern) erweitert, die sich um die Leidenden in der Gegend kümmert. Immer wieder bezieht sie ihre Töchter in ihre guten Taten ein und lenkt so von ihren eigenen Problemen ab. Und während ihr Vater (Bob Odenkirk) im Bürgerkrieg gegen die Sklaverei kämpft, sind vor allem ihr Nachbar Mr. Dashwood (Tracy Letts) und sein Enkel Laurie (Timothée Chalamet) ihre Bezugspersonen. Zusammen verbringen sie alle viel Zeit, denn zusammen ist man schließlich weniger allein. Dadurch entstehen auch mal intensivere Blicke und Reibereien, die dem zwei Stunden und 15 Minuten langen Werk überhaupt erst seine Plot-Kurve geben.



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