Nach Debakel um Kevin Hart: Die Oscars werden sich 2019 grundlegend verändern

Am 24. Februar finden bekanntlich die Oscars statt. Die wichtigste Preisverleihung der Filmwelt scheint 2019 aber vor großen Problemen zu stehen. Ein wirklich spannendes Rennen um die Trophäen ist bisher nicht spürbar, der Vorjahressieger „The Shape of Water“ scheint bereits jetzt schon wieder völlig irrelevant. Dazu sinken seit Jahren konstant die Einschaltquoten der Gala.

Ein erster Versuch der Quotenkorrektur misslang gründlich. Im August kündigte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences an, dass eine Kategorie eingeführt und „Herausragende Leistungen im populären Film“ ausgezeichnet werden sollen. Branchenkenner und Presse durchschauten den Plan schnell: Die Academy will unbedingt einen Marvel-Film auszeichnen, um die Gesichter von den aktuell größten Kinoplakaten auch auf die angestaubte Oscar-Bühne holen zu können. Die Anbiederung wurde dermaßen in den sozialen Netzwerken verlacht, dass die Academy den Plan wieder einstampfte.

PR-Desaster mit Kevin Hart

Die Hoffnungen, die Quoten über einen passenden Moderator zu steigern, endeten im Debakel: Mit Kevin Hart wurde zwar eine Ein-Mann-Marketing-Armee engagiert, dann beschwerten sich Twitter-Nutzer aber über homophobe Tweets, die der Comedian und Schauspieler vor einem Jahrzehnt geschrieben hat. Die Oscar-Academy reagierte wenig souverän und setzte Hart die Pistole auf die Brust: Entschuldige dich bei den Leuten oder wir müssen uns nach einer Alternative umschauen. 

Kooperation

Beeindruckend souverän reagierte daraufhin Kevin Hart selbst: Er gab der Academy einen Korb, immerhin hatte er sich in der Vergangenheit schon mehrfach für seine beleidigenden Worte entschuldigt. Er wollte den Oscar-Abend nicht mit einer Kontroverse um seine Person trügen und sagte dankend ab – auf Instagram natürlich, wo er eine Zuschauerschaft hat, von der die Oscar-Produzenten nur träumen können.

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Keine zwei Monate sind es bis zur Verleihung, und einen Moderator hat die Show immer noch nicht. Kevin Hart hat in der Talkshow von Ellen DeGeneres noch einmal bekräftigt, dass sein Engagement nicht mehr zur Debatte steht – auch wenn die Moderatorin selbst bei der Academy angerufen hat, um sein Comeback einzufädeln.

Chance auf eine kürzere Gala

Die Academy macht aus der Not nun eine Tugend und veranstaltet wohl eine Verleihung ohne Gastgeber. Dies berichtet unter anderem das gut informierte Branchenblatt „Variety“. Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten sollen nur Presenter und Preisträger auf der Bühne stehen, auf Eröffnungsmonolog und ein bisschen Show mittendrin wird verzichtet. Aktuell wird keinem Prominenten der Job des Gastgebers angeboten.

Zwar gilt ein prominenter Gastgeber als großes Zugpferd für eine lange Gala. Andererseits haben die Produzenten der Show nun die Chance, die Sendung etwas kürzer zu gestalten. An diesem Ziel arbeiten die Produzenten schon länger, die mehr als drei Stunden andauernden Oscars zügiger zu gestalten, damit sich ein jüngeres Publikum auf die Live-Übertragung einlässt.


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