Neue Studie zeigt: Popmusik wird immer trauriger und wütender

Die Lawrence Technical University in Michigan untersuchte die Entwicklung von Songtexten. Kathleen Napier und Lior Shamir betrachteten in ihrer Studie mehr als 6.000 Songs, die alle zwischen 1951 und 2016 auf der Billboard-Hot-100-Liste standen.

Die Songtexte wurden nach Worten durchsucht, die mit den Emotionen Angst, Zorn, Trauer, Ekel oder Freude in Zusammenhang gebracht werden können. Die Songs wurden anschließend von 0 bis 1 bewertet wurden, wie traurig sie sind.

So wurde zum Beispiel Fats Dominos Song „Blueberry Hill“ von 1956 mit 0.89 für Freude bewertet, während Sam Smiths Hit „Stay With Me“ nur mit 0.15 in der selben Kategorie bewertet wurde.

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Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Songtexte, in denen die Emotionen Angst, Trauer, Zorn und Ekel vorkommen, über die Jahre stark angestiegen sind, während Freude und Zuversicht in Pop-Songs weniger thematisiert werden.

Eine Deutung dieser Ergebnisse: In den 1950ern diente Musik vor allem der Unterhaltung und dem Spaß, weshalb es weniger traurige Songtexte gab. Während der 1960er und 70er wurde Musik auch ein politisches Instrument. Musik wurde nicht mehr nur zum Spaß gemacht, sondern um Meinung zu äußern und auf Missstände aufmerksam zu machen.

Diese Studie ist übrigens nicht die erste ihre Art: Erst 2018 sind Forscher der University of California zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Sie hatten 500.000 Songs analysiert, die zwischen 1985 und 2015 im Vereinigten Königreich (und damit einer maßgeblichen Popherkunft) veröffentlicht wurden.


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