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Fleet Foxes Crack-Up

Nonesuch/Warner

von

Als die Fleet Foxes vor gut zehn Jahren begannen, waren sie mit ihren Bärten und Gesängen etwas Besonderes. Community-Musik für Naturliebhaber, eine echte Marktlücke. Heute ist dieser Markt entsetzlich überfüllt. Robin Pecknold, Chef der Fuchsbande, hatte das gleiche Gefühl, legte die Band 2013 auf Eis und nahm sein Kunststudium wieder auf. Und tatsächlich klingt die Rückkehr der Fleet Foxes auf CRACK-UP akademisch. Es geht um Crack-ups, um Bruchlandungen oder auch Sollbruchstellen.

Roger Willemsen hat einmal ein kluges Buch über den „Knacks“ geschrieben, also den Moment, in dem das Leben kurz macht, was es will. Pecknold wird diesen Text nicht kennen, aber er spricht ihm aus der Seele: Ein Stück wie „Fool’s Errand“ beschreibt die Irrungen und Wirrungen des Älterwerdens, man denkt kurz an die Beatles, an McCartneys „The Fool On The Hill“, aber dann nimmt das Lied schnell eine Wendung, denn wenn Pecknold eines nicht wollte, dann eine lineare Folkplatte. Die Stücke sind lang, einige schließen sich zu Suiten zusammen, so wie früher bei Prog-Folkies wie Rennaissance oder The Strawbs, deren Einfluss auf CRACK-UP immens ist. Mit den Klammern, Quer- und Bindestrichen und seltsamen Ortsnamen erinnert die Tracklist an Bon Ivers 22, A MILLION. Wie Justin Vernon sind die Fleet Foxes daran interessiert, den Folksong ins 21. Jahrhundert zu überführen, statt auf Verfremdungen und Störgeräusche setzen sie jedoch auf fließende Strukturen und flache Hierarchien.

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