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The Psychedelic Furs Made Of Rain


Cooking Vinyl/Sony Music (VÖ: 31.7.)

von

The Psychedelic Furs sind Legenden des Postpunk, mit einer Discografie voller Highlights, zu der auch ihre späteren Alben aus den späten 80er- und frühen 90er-Jahren zählen, die sich an The Cures DISINTEGRATION anlehnten (BOOK OF DAYS) oder Britpop-Ideen vorformulierten (WORLD OUTSIDE). Ab 1991 war Ruhe im Karton, es folgten ein paar Reunion-Gigs– und nun das Album-Comeback.

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Rückenwind gab der Band die Wiederentdeckung via Netflix: Songs der Psychedelic Furs laufen bei Serien wie „Stranger Things“, „13“ oder „I Am Not Okay With This“, schließlich können nicht immer die Smiths, The Cure und Joy Division gespielt werden, wenn jungen Menschen die Wucht der Welt ins Gesicht schlägt. Es mag sein, dass die Rolle des Leadsängers in der Rock- und Popwelt maßlos überschätzt wird, aber bei den Psychedelic Furs hängt alles von der Stimme Richard Butlers ab: Schon auf den frühen Platten gab er eine Art Schmirgelpapier-Bowie, und weil er damals schon wie ein 50-Jähriger klang, besitzt seine Stimme auch mit 63 noch eine starke Wirkung.


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„You’ll Be Mine“ ist kein besonders gutes Lied, aber der Vortrag rettet das Stück locker über die fast fünf Minuten. Sowieso ist das Songwriting häufig nur mäßig, aber unangenehm wird es nie. Und dann gibt es Momente, in denen das Besondere der Psychedelic Furs durchdringt: Die schillernde Single „Don’t Believe“ führt das, was mal New Wave war, in die zitternde Gegenwart, „Ash Wednesday“ wackelt vom ersten Moment an, bleibt mit seiner verborgenen Hymnik aber standhaft bis zum Schluss. Wie auch einige weitere Stücke von MADE OF RAIN hätte es gut auf eines von Bowies Alben rund um die Jahrtausendwende gepasst.


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