The Weeknd Starboy


Republic/Universal

Beauty Behind The Madness? Nein, man braucht keinen Plan, um hinter den Wahnsinn dieses Manns, bürgerlich: Abel Tesfaye, zu steigen. Es gibt ihn nicht mehr. In „Starboy“ schon gar nicht. Diesen Song wird man einfach nicht los, wenn man ihn einmal vernommen hat. Noch besser ist der zweite Daft-Punk-Beitrag „I Feel It Coming“. Die allgemeine Öffentlichkeit ist hier den offiziellen deutschen Charts nach mit Platz 65 zwar skeptischer, aber was für ein Tune! Die Harmonie zwischen nicht zu übertriebenem Basslauf, einer Rhythmusgitarre und dieser geschmackvollen Vocoder-Stimme ist einfach der Wahnsinn. Diese beiden Songs umrahmen STARBOY, das neue Album von The Weeknd, aber auch dazwischen tun sich Höhepunkte auf.

„False Alarm“ gibt sich für Weeknd-Verhältnisse im Refrain auf positive Weise zickig. Tesfaye scheint beim Gesang fast durchzudrehen. An „Rockin“ waren Max Martin und Cardigans-Songschreiber Peter Svensson beteiligt. Dazu stößt Savan Kotecha, der vorher auch an „Can’t Feel My Face“ beteiligt war. Schon steckt ein Zug drin, dem man sich nicht widersetzen kann. Ganz großartig ist auch die Idee, für „Secrets“ auf ein Sample aus „Pale Shelter“ von Tears For Fears zurückzugreifen. Durch so einen Beitrag wertet sich jedes Stück auf. In „Love To Lay“ und „Lonely Night“ kommt noch einmal das Team Martin, Svensson und Kotecha zum Zuge und liefert zwei Stücke ab, die allen Fans von Michael Jackson und Justin Timberlake gefallen werden. Damit hat Tesfaye eine Menge abgeliefert, mehr als auf dem Vorgängerwerk.

Die Musik des Kanadiers hat allerdings auch einen Schwachpunkt. Gelegentlich verliert sie an Schwung und versackt sie in diesem dämmrigen Sound, der sich zum Teil des Weeknd-Charakters entwickelt hat. „Attention“, „Ordinary Life“, „Nothing Without You“ und „All I Know“ sind Routinearbeiten und können auch durch Future nicht mehr gerettet werden. Trotzdem muss man Tesfaye für einen großen Teil von STARBOY schon ein Kompliment machen. Er erweist sich als Kenner der R’n’B-Materie, mischt die Einflüsse mit den wechselnden Mitgliedern seiner Schreibercrew makellos zusammen und sorgt am Ende für einen aktuellen Anstrich. So ist diesem Mann ein weiterer Sprung nach vorn nicht zu nehmen.


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