Schluss mit dem Ladekabel-Wirrwarr: EU-Kommission plant neuen Standard

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Damals, als es noch vorwiegend Handys und keine Smartphones gab, brauchte man für jedes neue Handy auch ein neues Ladekabel. Solltet Ihr also Euer Stromkabel für Euer Nokia-Telefon vergessen haben, hattet Ihr großes Pech, denn Ihr konntet nicht einfach das Ladekabel eines Sony- oder Siemens-Handys nehmen.

Aus heutiger Sicht natürlich absolut unvorstellbar und so gab es schon im Jahr 2009 seitens der EU eine „freiwillige Verpflichtung“ für Ladekabel: 80 Prozent aller damals erhältlichen Smartphones nutzten den Micro-USB-Standard. Nur Apple weigerte sich und nutzte für seine iPhones den Dock Connector, der im Jahr 2012 dann durch den bis heute noch aktuellen Lightning-Standard abgelöst wurde.

2012 war auch das gleiche Jahr, in dem die damalige EU-Verordnung auslief, doch zum Glück fingen die Hersteller nicht wieder damit an, ihr eigenes Kabel-Süppchen zu kochen. Aufgrund technischer Fortschritte gibt es heute aber viel mehr Anschlussmöglichkeiten als früher: Neben dem immer noch weit verbreiteten Micro-USB-Standard sieht man auch häufiger den Nachfolger USB Typ C. Und natürlich gibt es dann auch immer noch Apple mit dem Lightning-Anschluss.

Klarheit durch neue EU-Verordnung?

Die EU-Kommission arbeitet daher an einer neuen „freiwilligen Verpflichtung“ und hofft darauf, dass sich Hersteller dann wieder auf einen einheitlichen Standard einigen. Vermutlich wird es auf USB Typ C hinauslaufen, doch genau da liegt schon das nächste Problem, denn USB Typ C ist nicht gleich USB Typ C.

Bereits im Jahr 2014 wurden die Spezifikationen für USB Typ C verabschiedet, doch seitdem herrscht Chaos. Unter anderem gibt es nämlich zahlreiche Stromversorgungsoptionen für USB Typ C und ganz vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass ihr mit einem USB-Typ-C-Kabel im schlimmsten Fall zwar das Smartphone von Hersteller A aufladen könnt, nicht aber das von Hersteller B. Es kann aber auch passieren, dass bei Hersteller B mit dem gleichen Kabel das Smartphone nur ganz langsam aufgeladen werden kann. Kurzum: Es herrscht ein großes Durcheinander und als Nutzer muss man genau beim Kabelkauf aufpassen und sich vorher die Spezifikationen durchlesen.

Kabel, die nicht den Spezifikationen entsprechen, können sogar irreparable Schäden auslösen. Auf einer eigens eingerichteten Website erfahren User aber zumindest, welche Kabel nach Norm gefertigt wurden und gefahrlos eingesetzt werden können: USB-C Compliant Cables

Keine Alternative in Sicht

Trotz des (hausgemachten) Durcheinanders steht fest, dass USB Typ C uns noch auf viele Jahre begleiten wird. Eine Alternative wäre da höchstens Lightning, allerdings handelt es sich hier um einen proprietären Anschluss von Apple, den andere Hersteller nicht nutzen werden.

Heißt im Klartext: Trotz neuer EU-Verordnung wird das Kabel-Wirrwarr so schnell kein Ende nehmen.

t:Schluss mit dem Ladekabel-Wirrwarr: EU-Kommission plant neuen Standard


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