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Kommentar

Warum sich AC/DC sofort auflösen sollten

Update: Axl Rose steigt tatsächlich als Brian-Johnson-Ersatz bei AC/DC ein

Es gibt wenige Konstanten im Leben eines Rockmusikfans. AC/DC sind eine davon. AC/DC, das bedeutet in erster Linie grundsolide Rock’n’Roll-Dienstleistung im Stadionformat mit rustikalem Working-Class-Ethos. Das perfekte Hardrock-Schnitzel, gelebter Stoizismus in der Rhythmus-Fraktion, ein bestens geölter Blues-Rock-Motor: stur, tadellos funktionierend und ewig gleich. Seit über 40 Jahren.

Veränderung stand bei AC/DC nie auf dem Plan. Die Marschrichtung der letzten Dekaden lautete: Alle heiligen Zeiten mal ein Studioalbum, keines davon schlecht, alle bis auf Nuancen fast identisch und jedes mit ein, zwei herausstechenden Songs, die ins ansonsten statische Live-Programm eingebaut werden konnten. „Hard As A Rock“ oder „Safe In New York City“, „Rock’n’Roll Train“ oder „Rock Or Bust“: Der Rest der Show sollte sowieso für ein einzementiertes Best-Of-Set aus Höllenglocken, der Autobahn zum Leibhaftigen und den elektrifizierten Hymnen auf Donnergrollen und den Zeitvertreib mit üppigen Damen reserviert bleiben. Die wesentlichen Dinge eben.

Wo es bei AC/DC jedoch sehr wohl und immer wieder Veränderungen gab: im Bandpersonal. Der Rock’n’Roll-Train hatte seinem Naturell nach stets weiter zu rennen, egal wie oft irgendetwas im Getriebe herumzickte oder gar der Motor einging. Dass die Band nach dem tragischen Tod von Bon Scott 1980 sich nicht nur von dieser Katastrophe erholte, sondern mit „Back In Black“ (eines der meistverkauften Alben aller Zeiten) gar zu neuen Höhepunkten finden konnte, zeugt von dieser Zähigkeit. Wenn es aber jemals einen Zeitpunkt gab, den alten Rock-Karren in die Garage zu stellen und einzumotten, dann bitte hier und jetzt.

Ein kurzer Rückblick auf die letzten zwei Jahre AC/DC

2014 wurde bekannt, dass Malcolm Young auf Grund einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung nie wieder zu AC/DC zurückkehren würde. Nicht nur war Young Gründungsmitglied der Band, sondern mit seinem nonchalanten und brillant-knochentrockenen Rhythmusspiel ein integraler Bestandteil und Eckpfeiler der Band. Während sein Bruder Angus im Stadion-Rampenlicht mit seiner roten Gibson SG den ewig knabenhaften Frontgaul in Schuluniform gab, legte Young – wohl einer der unverkennbarsten Rhythmus-Gitarristen im Rock-Zirkus – scheinbar unbeeindruckt Riff für Riff das Fundament für den AC/DC-Sound. Youngs Fehlen ist eine Katastrophe, wurde von der Band aber mit dem Einsatz vom Neffen Stevie Young relativ elegant gelöst. Schließlich imitiert niemand Malcolm besser als ein eigenes Familienmitglied, das bereits in den 1980ern einmal eingesprungen ist und seinen Stil aus dem Effeff kann.

Im Jahr darauf hieß es erneut „Mann über Bord“: Schlagzeuger Phil Rudd (Drummer von 1975 bis 1983 und seit 1994 wieder am Schlagzeug-Hocker der Australier) musste auf Grund gröberen Ärgers mit dem Gesetz (Drogen, Morddrohungen) seinen Mitgliedsausweis abgeben. Wieder galt es, keine Zeit zu verlieren: Angus & Co. holten einen alten Mitstreiter, Chris Slade zurück ins Boot. Slade war bereits von 1989-1994 Teil der Band und trommelte auch auf dem Studio-Longplayer „The Razors Edge“. Mehr oder weniger also wieder ein glatter Übergang und eine Familienangelegenheit.

Anfang 2016 kam dann die Meldung, die sich wie der endgültige Sargnagel für die Band anhörte: Sänger Brian Johnson wurde es aufgrund schwerwiegender Gehörprobleme von den Ärzten verboten, mit AC/DC auf die Bühne zu gehen. Und zwar, wie es aussieht, für immer. Der Grund dafür, so Johnson, seien aber weniger die Höllenglöcken als sein Hang zur Rennfahrerei. Bis auf die Ankündigung, man müsse die US-Tourdaten ein wenig verschieben, blieb die Band relativ leise. Business as usual, the show must go on. Dafür brodelte die Gerüchteküche an anderen Ecken und Enden heftig. So erklärte der Comedian und Johnson-Freund Jim Breuer in einer Radioshow, die Band habe Johnsons Tour-Equipment quasi wortlos vor seine Tür chauffieren lassen und habe sich nicht einmal nach seinem Wohlbefinden erkundigt. Überhaupt sei die Darstellung seiner gesundheitlichen Probleme nicht ganz der Wahrheit entsprechend. Kurz darauf ruderte Breuer zwar zurück und meinte, es wäre ein wenig mit ihm durchgegangen und er hätte wohl übertrieben. Ein mehr als schaler Beigeschmack bleibt aber dennoch.

AC/DC verkommen ohne Brian Johnson zu The Angus Show

Weil so eine Tour-Absage natürlich auch ein herber finanzieller Verlust für alle Beteiligten ist, will man auch jetzt den Motor am Laufen halten. Mit allen Mitteln. Die Suche nach einem neuen Sänger ist – je nach Quelle – entweder längst am Laufen oder bereits abgeschlossen. Besonders ein Name wird kolportiert und gilt bei einem Teil der Buchmacher als fix: Guns-N’-Roses-Frontmann W. Axl Rose. Dieser hat mit einer Teil-Reunion der Guns N’Roses-Stammbesetzung (Slash, Duff) und einem Gipsbein eigentlich genug zu tun. Nichts desto trotz wurde Rose gesichtet, wie er aus einem Proberaum kam, aus dem wenig später auch AC/DC herausspazierten. Oder zumindest dem, was von AC/DC übrig ist – was nicht besonders viel ist.


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