„A Likely Lad“: Peter Doherty kündigt seine Memoiren an

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Seit zwei Jahrzehnten berichten Boulevardblätter und Musikzeitschriften aus dem orgiastischen Leben des Peter Doherty. Gemeinsam mit dem Musikjournalisten Simon Spence hat er jetzt seine eigene Version der Geschichte zu Papier gebracht: Am 16. Juni erscheint über den kleinen US-amerikanischen Traditionsverlag „Little Brown“ seine Autobiografie mit dem Titel „A Likely Lad“.

Von der Skyline zum Bordstein

Auf den 336 Seiten erforsche Doherty seine dunkelsten Momente. So heißt es in der Ankündigung: „Mit erstaunlicher Offenheit – und seinem typischen Witz und Humor – nimmt er uns mit auf dekadente Partys, durchzechte Nächte, das Gefängnis und seine Selbstzerstörung. Doherty reflektiert auch über die turbulenten Beziehungen, die er im Laufe der Jahre zu verschiedenen wichtigen Menschen in seinem Leben hatte.“

In dem Buch schreibe der 43-Jährige über Poesie, Paris, Philosophie, Politik, das Musikgeschäft und seine wichtigsten Einflüsse von Hancock bis Baudelaire. Humor und kritische Reflexion sollen darin genauso Platz finden, wie ein trotziges Gefühl des Triumphs. Der Verlag verspricht ein Rock-Memoir „wie kein anderes“. Simon Spence jedenfalls war als (Co-)Autor bereits an mehreren Büchern beteiligt; beispielsweise über Depeche Mode und Andrew Loog Oldham, den Manager der Rolling Stones.

In der Normandie entkam Doherty seinen Dämonen

Am 18. März dieses Jahres ist Dohertys aktuelles Album THE FANTASY LIFE OF POETRY & CRIME erschienen – eine Zusammenarbeit mit dem französischen Arrangeur Frédéric Lo. Der Langspieler ist gleich in zweierlei Hinsicht ein Novum in Dohertys Leben: Zum Einen hat er lediglich die Texte und den Gesang zu den chansonhaften Stücken beigesteuert. Zum Anderen war das ehemalige Enfant Terrible der britischen Gitarrenmusik während ihrer Entstehung clean. Im Gespräch mit dem MUSIKEXPRESS hat er kürzlich kundgetan, seit über zwei Jahren ohne harte Drogen auszukommen.

Dabei nannte er ein Konglomerat an Gründen, die ihm ein Leben ohne Heroin, Kokain und Crack ermöglichen: So hätte es Ende 2019 ein Gespräch mit seinem Intimus Carl Barât gegeben – der versah ihn mit der Bitte, zumindest während der Libertines-Tour clean zu bleiben. Darauf folgte der Lockdown, den der Musiker an der französischen Nordküste in Étretat verbrachte. „Hier gibt es keine Drogen“, so Doherty. Ferner habe die Liebe zu seiner Frau Katia de Vidas sein Leben gerettet – und der Fakt, dass er seit Beginn seines Entzugs weder über ein Handy, noch über Internet verfüge.

Neuen Libertines-Stücke wandeln in den Spuren von The Clash

Außerdem gab er während des Interviews ein Gelöbnis ab: dass die Libertines einige neue Songs spielen werden, wenn sie nach Deutschland zurückkehren. Am Freitag, den 10. Juni wird das Quartett auf dem neuen Berliner Festival „Tempelhof Sounds“ gastieren – präsentiert vom MUSIKEXPRESS. Im Herbst bespielen die Engländer schließlich Köln (26.10.), Hamburg (28.10.) Frankfurt (3.11.) und München (8.11.). Dem NME sagte Doherty, dass die nächste Platte seiner Band von dem vierten The-Clash-Album SANDINISTA! beeinflusst wurde.


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