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Aviciis Todesursache: Statement der Familie legt Suizid nahe

Aviciis Familie hat am Donnerstag ein weiteres Statement zu seinem Tod veröffentlicht. Tim Bergling, so Aviciis bürgerlicher Name, habe „gerungen mit dem Nachdenken über den Sinn, das Leben, das Glück. Jetzt hat er es nicht länger geschafft. Er wollte Frieden haben.“ Die Todesursache von Avicii haben sie damit weiterhin nicht explizit publik gemacht – legen einen Suizid aber sehr nahe.

Lest hier das vollständige Statement von Aviciis Familie:

„Unser geliebter Tim war ein Suchender, eine zerbrechliche Künstlerseele, die sich immer mit den großen existenziellen Fragen herumgetragen hat.

Ein überambitionierter Perfektionist, der reiste und in einem Tempo arbeitete, das zu extrem schwerem Stress führte.

Als er damit aufhörte, auf Tournee zu gehen, wollte er die Balance im Leben wiederfinden, damit es ihm gut geht und er das machen kann, was er am meisten liebte – Musik.

Er hat wirklich gerungen mit dem Nachdenken über den Sinn, das Leben, das Glück. Jetzt hat er es nicht länger geschafft. Er wollte Frieden haben.

Tim war nicht für die Maschinerie gemacht, in der er landete. Er war ein feinfühliger Junge, der seine Fans liebte und das Rampenlicht scheute.

Tim, du wirst für immer geliebt und vermisst werden. Wir werden dich und deine Musik immer in unseren Erinnerungen an dich weitertragen.

Wir lieben dich.

Die Familie“

Der 28-jährige DJ, Produzent und Superstar Avicii wurde am 20. April in Maskat, Oman, tot aufgefunden. Er soll dort Urlaub mit Freunden gemacht haben. Der Polizei soll die Todesursache nach zwei Autopsien bekannt gewesen sein, hielt sie aber unter Verschluss. In einem ersten Statement vor zwei Tagen bedankte sich Tim Berglings Familie für die Anteilnahme. Dabei erwähnte sie ausdrücklich die Momente des Gedenkens beim Coachella-Festival sowie die niederländischen Kirchglocken-Interpretationen. Das komplette Statement könnt Ihr hier lesen.

Avicii: Todesursache bleibt wohl nur für die Öffentlichkeit ein Geheimnis

Avicii litt bis zuletzt unter schweren gesundheitlichen Problemen und an einer Pankreatitis, einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Auch die Gallenblase wurde ihm in der Vergangenheit entfernt. Über in der EDM-Szene nicht unüblichen Drogenmissbrauch oder Burnout wurde seit der Todesmeldung ebenfalls spekuliert, Avicii soll zeitweise viel Alkohol konsumiert haben. 2016 zog er sich von Live-Auftritten zurück.

Avicii arbeitete in seiner Karriere unter anderem mit David Guetta, Daft Punk, Coldplay, Brandon Flowers und Leona Lewis zusammen. Er veröffentlichte drei Studioalben, drei EPs und etliche weitere Tracks. „Wake Me Up“, an dem übrigens auch Incubus-Gitarrist Mike Einziger mitschrieb, verkaufte sich allein in Deutschland über eine Million Mal und wurde zu einer der erfolgreichsten Singles seit 40 Jahren. Wenige Wochen vor seinem Tod erschien auf Netflix eine erstmals im Oktober 2017 veröffentlichte Doku über Avicii mit dem Titel „True Stories“. Die sorgt nun auch deshalb für Schlagzeilen, weil Bergling darin unter anderem über seinen Tod spricht.

Wer Suizidgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen dabei, die Gedanken zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist oder sich um nahestehende Personen sorgt, kann sich – auch anonym – an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken unter der Nummer 0800/111 01 11.


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