Catchphrases im Rap: Ein Ausdruck, der im Kopf hängen bleibt – Was ist eine Catchphrase?

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Catchphrases sind Ausdrücke, die ihren Ursprung im Rap haben, doch kennt fast jede*r das Phänomen, dass ein wiederholtes Wort oder sogar ein Satz gerne mal im Kopf hängen bleibt. Besonders populär ist diese Vorgehensweise in der Werbung. Dabei setzt man darauf etwas entstehen zu lassen, das frech und lustig ist und vor allem durch eins präsent bleibt: Wiederholung. Auch die Musik arbeitet seit Jahren mit diesem Mittel und kreiert Catchphrases, die vom Songinhalt bis zum Künstlerimage reichen.

Was ist eine Catchphrase?

Eine Catchphrase findet überwiegend im Rap ihren Einsatz. Ende der 00er-Jahre und Anfang der 10er-Jahre nutzten besonders US-Rapper diesen Effekt. Kanye West taufte den Rapstil in den 2010er-Jahren mit dem Begriff „Hashtag Rap“. Dabei wird eine Line nach einer kurzen Pause durch ein einzelnes Wort resümiert. Das Verbindungswort „wie“ entfällt jedoch, wodurch das zusammenfassende Wort eine Hashtag-Eigenschaft erhält. Besonders berühmt dafür sind Rapper wie Jay-Z, Kanye West und Drake. So rappte Drake in „Forever“ die Zeile: „Swimming in the money come and find me, Nemo / If I was at the club you know I balled, chemo“ und bediente sich dabei an diesem Stil. Auch im Deutschrap findet das Phänomen seit Längerem seinen Gebrauch wie in Laylas Song „Trick Daddy“: „Ah, ich spreng’ den Rahmen – Dynamit, sie jubeln.“ 

Doch lebt die Catchphrase manchmal ebenfalls von der Wiederholung und bleibt dadurch in Erinnerung, auch wenn sie dabei gelegentlich einen Bruch im Song darstellen kann. Betrachtet man zum Beispiel den Begriff „Gib Ihm“ in der Hook von Shirin David, der mehrfach genannt wird, sorgt dieser nicht nur für einen Ohrwurm, sondern wird unter anderem Teil der Umgangssprache. Auch Capital Bra ist bekannt für seine Catchphrases wie etwa in seiner Single „Roli Glitzer Glitzer“, wo der Titel bereits die Hook vermuten lässt.

Eine Taktik, die viele Rapper*innen mittlerweile nicht mehr nur in der Musik nutzen. So können die Worte oder Sätze, die in mehreren Songs eines*r Künstler*in vorkommen, schnell zu dem Slogan des Artists selbst werden. Die Line „Hot Girl Sh*t“, bei der viele Rap-Hörer*innen automatisch an Megan Thee Stallion denken, wird mehrfach in ihren Songs gedroppt. Ein Satz, der besonders durch ihre Single „Girls in the Hood“ viral ging und für viele TikToks, Memes und vor allem für einen Hype rund um die Künstlerin selbst sorgte.

Catchphrases außerhalb von Rap-Songs 

Auch abseits von Rap wurde der Effekt durch Catchphrases von Rapper*innen genutzt und zum Trend auf Social Media. Bekanntestes Beispiel dafür ist die US-Rapperin Cardi B mit ihrer Catchphrase „Okurrr“. Auf den ersten Blick ein witziges Wort, das jedoch durch häufige Verwendung der 28-Jährigen schnell viral ging und zu ihrem Markenzeichen wurde. Neben Memes folgte der zahlreiche Gebrauch des Wortes, meist im Hinblick auf die Rapperin. Dadurch schaffte es die Künstlerin raffiniert einen Ausdruck ins Leben zu rufen, der Humor und Wiederholung kombiniert und bei dem die Mehrzahl direkt an sie denken musste. Das wurde auch Cardi B selbst schnell klar, denn ihr Begriff wurde so populär, dass die „WAP“-Rapperin diesen auch als Markenzeichen schützen lassen wollte, um ausschließliche Verwenderin sein zu dürfen. Die Methode der Catchphrases erinnert an die Werbung, von der diese sich auch gerne bedient. So schaltete 2019 eine amerikanische Softdrink-Marke einen Spot zusammen mit Cardi B, in dem insbesondere ein Wort mehrfach Wiederholung findet: „Okurrr“. Eine Catchphrase, die zum Schmunzeln bringt und dabei die Rapperin mit Humor und Sympathie verknüpfen lässt. 

Catchphrases werden zum inoffiziellen Markenzeichen

Dennoch brillierte Cardi B nicht immer durch ihre Verwendung von Catchphrases. Wie bei allen Trends, können diese schnell zu einem Fehlschlag führen. Die einprägsamen Wörter und Sätze sind mittlerweile nicht mehr nur auf Rap-Songs limitiert, sondern tendieren auch dazu, das generelle Erkennungszeichen einer Person zu werden. Deshalb empfinden Fans es oft als Frechheit, sollte jemand anderes sie verwenden.

So auch bei Saweetie und Cardi B. Nachdem es die 27-jährige Saweetie schaffte den Satz „I know that’s right“ durch Repetition zu ihrem Merkmal zu machen, wird ihr dieser von der Fan-Base zugeordnet. Dabei kann es schnell zu Kritik in der Kommentarspalte kommen, wenn Cardi B in ihrem Song „Up“ diesen verwendet. Was wiederum zu Diskussionen führte, ob ein Satz tatsächlich einer einzelnen Person gehören und es außerhalb eines Rap-Songs als Catchphrase angesehen werden kann.


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