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🔥Amazon Prime Video: 6 nervige Dinge, die sich dringend ändern müssen

Kritik

„Dispatches from Elsewhere“ bei Amazon Prime: Ein Märchen für Verlorene

Stille. 20 Sekunden lang. Ein schweigender Richard E. Grant starrt einen regungslos an. Eine für TV-Verhältnisse ewige Stille. Beinahe möchte man meinen, das Bild sei eingefroren. Doch der Auftakt zur neuen Serie „Dispatches from Elsewhere“ will auf Nummer sicher gehen: Nicht mehr als die volle Aufmerksamkeit soll von Beginn an den folgenden Geschehnissen geschenkt werden. Genau darum bittet der britische Schauspieler in den ersten Minuten der Auftaktfolge. Ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Serien? Durchaus. Ungewöhnlich für diese Serie? Keineswegs.

Das tiefe Tal der Bedeutungslosigkeit

Lust an Neuem und Ungewohnten setzt die als Anthologie konzipierte Serie voraus. Nicht nur bei den Zuschauer*innen, sondern auch bei den Protagonist*innen selbst. Peter (Jason Segel), Simone (Eve Lindley), Fredwynn (André Benjamin) und Janice (Sally Field) stehen im Zentrum der ersten Staffel auf Amazon Prime Video, die sich durch eine unscheinbare Besonderheit auszeichnen: Normalität, die beinahe schmerzt. Sie sind weder hip, haben keinen außergewöhnlichen Job oder finden Halt in einem großen Freundeskreis. Sie bewegen sich an der Grenze zum Vergessenwerden, versinken in der Anonymität des Alltages und haben sich teilweise selbst aufgegeben. Während Peter ein Leben voller bedeutungsloser Wiederholungen lebt, versteckt sich Transgender Simone hinter einer zerbrechlichen Mauer des Selbstschutzes, die bei der kleinsten Emotion einzustürzen droht.

Durch eine Reihe eigenartiger Vorfälle landen Peter und seine Mitstreiter unabhängig voneinander im Jejeune Institut. Leiter Octavio Coleman (Richard E. Grant) verspricht ihnen eine Möglichkeit, wie sie aus ihrem unsichtbaren Dasein entkommen können. Alles, was sie tun müssen, wird in Form eines sonderbaren Spieles an sie herangetragen. Was mit poetischen Bildern beginnt und ungehemmtes Tanzen im Regen oder märchenhafte Schnitzeljagden nach sich zieht, führt die Gruppe immer weiter in eine magische Welt, deren Glanz ein düsteres Mysterium verbirgt. So viel sei gesagt: Big Foot, Verschwörungen und sprechende Fische sind nur der Beginn des Pfades, der direkt in den Kaninchenbau führt.  



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