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K-Pop-Stars Eric Nam und Jae-hyung Park sensibilisieren für das Thema mentale Gesundheit

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Künstler*innen haben oftmals mit den Folgen ihres Ruhms zu kämpfen – und in vielen Kulturen ist die offene Auseinandersetzung mit Depressionen noch nicht in der Gesellschaft angekommen. So gilt es in Südkorea als großes Tabu, über psychische Probleme und Krankheiten zu sprechen. K-Pop-Musiker*innen müssen sich stattdessen allein mit ihren den daraus entstehenden Belastungen auseinandersetzen. So auch die beiden K-Pop-Stars Eric Nam und Jae-hyung Park.

Im Rahmen eines Interviews mit „Associated Press“ erinnerte Eric Nam sich, dass er während eines Meetings im Jahr 2019 einen plötzlichen Schmerz in seiner Brust spürte. „Ich dachte, ich müsste den Notarzt rufen“, sagte er und ergänzte, dass er stattdessen sitzen blieb und „ruhig vor sich hin atmen“ musste.

Ähnlich erging es Jae-hyung Park. Jae ist Teil der K-Pop-Band Day6. Im vergangenen Jahr erlebte er im Taxi auf dem Rückweg eines Musikvideodrehs etwas, das sich für ihn anfühlte wie ein Herzinfarkt. Seit Jahren schon spüre der Musiker „deplatzierte“ und „seltsame“ Gefühle. An diesem Tag konnte er die Symptome jedoch nicht länger ignorieren und bat den Taxifahrer, ihn in ein nahe gelegenes Krankenhaus zu bringen. „Ich … habe das Gefühl, dass ich sterben werde, ich werde sterben, ich werde sterben“, habe Park damals gedacht. Nachfolgend fanden Eric Nam und Jae-hyung Park heraus, dass sie Panikattacken erlitten.

Mittlerweile haben sich die beiden Musiker anderen koreanisch-amerikanischen K-Pop-Künstler*innen angeschlossen, um andere Menschen für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren und das Bewusstsein dafür in der Gesellschaft zu stärken, indem sie öffentlich über ihre persönlichen Erfahrungen berichten.

Eric Nams Kindheit und Jugend

Eric Nam ist bereits als Kind Rassismus widerfahren. So erinnert er sich, dass er von einem Mitschüler gemobbt und bespuckt wurde und erzählt in der ersten Folge seines „MINDSET“-Podcasts „Das war einer der erniedrigendsten, peinlichsten und ärgerlichsten Momente meines Lebens bis zu diesem Zeitpunkt.“

Ziel seiner Podcast-Reihe ist die Förderung von Gesprächen über mentale Gesundheit und Wohlbefinden. Er spricht zudem Stereotypen und Stigmata rund um psychische Erkrankungen an und hofft, diese sichtbar zu machen.

So sagte er: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit jemandem über meine psychische Gesundheit sprechen möchte. Als ich erstmals in dieser Position war, wusste ich einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte. Und so erinnere ich mich an diese sehr isolierenden Momente, die ich früher in meiner Karriere hatte.“

Außerdem berichtet Nam von seiner Identitätskrise, mit welcher er als koreanischer Amerikaner kämpft. Sowohl in den USA als auch in Südkorea behandele man ihn als Außenseiter. So ergänzt Nam: „Ich hatte das Gefühl, nirgendwo hinzugehören.“

Auch Jae-hyung Park gehört zwei Kulturen an

Park erzählte ebenfalls, dass er es schwierig finde, zwischen zwei verschiedenen Kulturen zu stehen. Zusätzlich wirke sich der intensive Wettbewerb in der K-Pop-Branche negativ auf seine mentale Gesundheit aus. So sagte er: „Es ist eine Hund-frisst-Hund-Welt.“

Im vergangenen Jahr bat sein Plattenlabel JYP Entertainment ihm eine Beratung an, doch er wies sie ab, da er den Kontakt zu einem Therapeuten als schwierig erachtete. Schlussendlich nahm er im Jahr 2020 eine Pause von seiner Karriere. Außerdem war Park Gast in Nams Podcast und sprach offen über seine psychischen Erkrankungen.


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