Filmbericht

„Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One“: Tom Cruise versus K.I.


Technik, die immer smarter wird: Das Retten der Welt wird für Tom Cruise nicht leichter, aber actiongeladener.

Paramount Pictures liefert uns zwei weitere Teile der „Mission: Impossible“-Saga. Und auch wenn es zuvor bereits sechs Filme der Action-Reihe gab, ist „Mission: Impossible – Dead Reckoning“ erstmals eine Geschichte, die nicht in sich geschlossen ist. Ursprünglich war dies zwar der Plan, doch aufgrund der Corona-Pandemie und des dadurch verschobenen Kinostarts entschied man sich, den neuen Film in zwei Parts zu veröffentlichen. Die Regie übernahm dabei Christopher McQuarrie, der den eingefleischten „Mission Impossible“-Fans längst bekannt sein dürfte, denn McQuarrie war bereits  bei „Mission: Impossible 5 – Rogue Nation“ (2015) und „Mission: Impossible 6 – Fallout“ (2018) in der Position am Start. Während es im letzteren Werk noch um Plutonium ging, hat Tom Cruise, alias Ethan Hunt, diesmal ein ganz anderes und doch dasselbe Problem: eine neuartige digitale Waffe. Diesmal handelt es sich um eine Künstliche Intelligenz, die sich in jedes Netzwerk hacken kann und  die in falschen Händen die Welt zerstören könnte. Aber hält der Action-Kick am Ende mehr als nur für einen Augenblick? Hier kommt unsere Review.

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IMF-Team gegen die Weltmächte

In den 156-minütigen Film wird Ethan Hunt von der CIA beauftragt, einen Schlüssel zu besorgen. Dieser besteht allerdings aus zwei Teilen, die nur bei der Zusammensetzung ihre Wirkung entfachen: die Kontrolle über die wahnwitzig-smarte neue Waffe. Als er es schafft, den ersten Baustein zu bekommen, wird ihm allerdings erst so richtig die Macht des Schlüssels bewusst. Eine Macht, hinter der die gesamte Welt her ist. Um zu verhindern, dass eine Regierung diese erlangt und beim falschen Besitzer bzw. der falschen Besitzerin für Krieg und Zerstörung sorgen könnte, entscheidet Ethan sich mit seinem IMF-Team im Alleingang den zweiten Part der Schlüssel zu finden.

Bei dem Unterfangen treffen wir Zuschauer:innen auf bereits bekannte „Mission: Impossible“-Gesichter wie Simon Pegg, Ving Rhames, Rebecca Ferguson und Vanessa Kirby, was es umso leichter macht, mit der Suche und in brenzligen Situationen mitzugehen. Denn Hunts Entscheidung bringt das gesamte Team beständig in gefährliche Situationen und macht gleich mehrere Parteien zu ihren Gegner:innen. Schließlich möchte jeder die Macht über die Künstliche Intelligenz besitzen, was an sich schon ein kompletter Irrsinn ist. Das Dranbleiben lohnt sich: Quer über den Weltglobus versucht Ethan schließlich in Venedig, Rom, Abu Dhabi, Norwegen und England sich zu dem zweiten Schlüsselteil durchzukämpfen und muss dafür hin und wieder auch in die typische „M:I“-Trickkiste greifen. 

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Vertraute Neuheiten

Mehr vom Gleichen, aber in gut: Wenn man weiß, wie „Mission: Impossible“-Filme aufgebaut sind, schafft es dieser Teil vielleicht nicht zu überraschen, aber dafür umso mehr zu packen. Trotz der Länge des Filmes von fast drei Stunden wird jede Sekunde für eine spektakuläre Action-Szene oder eine dramatische Wendung genutzt. Von simplen Kniffen bis hin zu aufwendiger Täuschung ist alles am Start. Auch, wenn man sich manchmal schon fragen darf, ob wirklich jedes einzelne parkende Auto während der Flucht beim Vorbeifahren heftig gerammt werden muss … Aber klar, wenn das Budget da ist, geht es auch bei den Zerstörungsszenen um Bombast für die große Leinwand.

Hunt der Heroische? Zwar nimmt sich Ethan Hunt in der Heldenrolle mal wieder ein wenig zu ernst und weiß natürlich alles besser als seine weibliche Begleitung, doch versucht der Teil auch hier Abwechslungen zu den vorherigen Macker-Momenten in der Reihe zu bieten. Dabei wird während einer Verfolgungsjagd quer durch das schönste italienische Rom auch mal die Tadellosigkeit des „Mission: Impossible“-Agenten aufs Korn genommen. Beim Organisieren eines Fluchtwagens läuft Tom Cruise, alias Ethan Hunt, beispielsweise selbstsicher zum fetten Porsche und muss beim Aufschließen feststellen – das Gefährt ist nicht das seinige. Eigenwahrnehmung versus Fremdwahrnehmung kommen hier humoristisch zusammen und so darf Hunt letztlich eine besonders kleine, schäbige Karre als Fluchtauto besteigen. Während Hunt also einen Wettlauf gegen die Zeit absolvieren muss, quetscht er sich in diesen gelben Mini-Flitzer und sorgt damit zwischen den spannungsgeladenen Szenen schon auch für ein Schmunzeln, weil so doch der Versuch des Aufbrechens des klassischen Männlichkeitsbildes gewagt wird.

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Fazit: Wer mit „Mission: Impossible 7: Dead Reckoning Part One“ einen komplett neuen Handlungsstrang erwartet, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht sein. Wie die vorigen Teile unterscheidet sich der siebte vor allem in Sachen Mission und Geschichte hinter der Waffe. Also keine große Überraschung, aber das ist bei so einer ikonischen Reihe auch irgendwie okay, oder?

Was man dem Part One von Two geben muss: Dass Tom Cruise in der Hauptrolle sich für die Sicherheit der Welt bereitwillig Feind:innen macht, ist zwar auch nichts Neues, würde man allerdings nicht unbedingt von einem typischen „Mission: Impossible“-Teil vermuten. Wenn man Spannung und Actionszenen feiert, wird man diesem Streifen während jedes Kampfes und jeder Flucht genug Material zum Mitfiebern finden. Und durch die Künstliche Intelligenz als Über-Waffe und den damit verbundenen digitalen Schwierigkeiten, zeigt sich ein Ethan Hunt fast schon als Normalo-Mensch, der wohl ganz ohne High-Tech-Equipment auch ins Schwitzen oder sogar ins Kapitulieren kommen würde. Dadurch wird die Rettung der Welt selbst für ihn zu einer echten Herausforderung – wer hätte das gedacht?

Ein Kinobesuch empfiehlt sich also, denn „Mission: Impossible 7: Dead Reckoning Part One“ hält Geschichten in der Geschichte parat und erlaubt so eine solide Balance zwischen spannungsaufgeladenen Ups und die für das Verständnis notwenigen Downs.