Stilkolumne

Outdoor deluxe: Komm, krabbel in mein Fendi-Zelt

von
Jan Kedves
Jan Kedves

Urlaub mal nicht irgendwo, sondern in der Mode! Dieses Jahr ist das gar kein Problem, denn die Fashion-Labels haben sich zum zweiten Pandemie-Sommer ordentlich was ausgedacht für die vielen, die nun – seit man so auf Aerosole achtet – ganz begeistert sind vom Outdoor-Sein in der Frische der Natur. Beim Übernachten auf überfüllten Campingplätzen oder wild im Wald will man ja so aussehen, als sei das Urlauben fernab von Hotel-Lobbys und Frühstücksbüffets für einen das Normalste der Welt. Andererseits will man aber vielleicht auch dabei besonders schick aussehen.

 

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Für dieses Bedürfnis hält das italienische Luxuslabel Fendi das Zelt aus seiner „Vertigo“-Kollektion bereit. Hergestellt von der Traditions-Zeltmarke Ferrino, findet darin genau eine Person Platz. Sprich, wenn man als Paar oder als Familie modischen Fendi-Urlaub machen will, kauft man mehrere davon, und dann liegen alle in ihren Single-Zelten und atmen nachts nur die eigene Luft. Und morgens, wenn man sich mit verschwommenem Blick noch ein bisschen im Schlafsack (besonders edel: der von Jil Sander) räkelt, blickt man durch die zwei Fs des Fendi-Logos in die durchschimmernde Sonne. Das Monogramm ist bunt auf die Innenhülle gedruckt. So fängt der Tag modisch an.

In den Garten wollen wir nicht, da waren wir ja schon dauernd

Wer sich dann aus dem Zelt auf die Wiese gerollt hat, nimmt einen Schluck aus der Fashion-Trinkflasche (von Saint Laurent, Prada oder Y-3) und chillt im ultraleichten Fashion-Campingstuhl. Ultraleicht, das heißt: nicht schwerer als 500 Gramm. Das kriegt nur die koreanische Marke Helinox mit ihren Rohren aus DAC-Aluminiumlegierung hin. Helinox-Campingstühle sind so schon die teuersten, die man kriegen kann, aber in den aktuellen Fashion-Kooperationen mit Stüssy (in Batik-Mesh-Optik), mit Maison Kitsuné (in Côte-d’Azur-Seersucker-Optik) oder mit BTS (ja, die Boygroup, also: lila) sind sie noch teurer.

Und noch schicker! Fehlt die Urlaubs-Garderobe. Dafür gibt es die „Outdoor“-Kollektion von Prada, unterteilt in „Garten“, „Küste“ und „Berge“. In den Garten wollen wir nicht, da waren wir ja schon dauernd. Aber gerne ans Meer, etwa im flauschigen Prada-Strandmantel (Luftmatratzen und Frisbees gibt es auch), oder ins Luxus-Trecking-Camp: Der karierte Rucksack hat eine integrierte Kapuze gegen den UV-Höhensonnenkoller. Praktisch! Dazu hören wir die Prada-Outdoor-Playlist auf Spotify (mit The Knife, Philip Glass und Dan Deacon), und die Urlaubsfotos machen wir natürlich mit der Fendi-Polaroidkamera. Komisch eigentlich, dass es noch kein Fashion-Wohnmobil gibt. Es kann nicht mehr lange dauern.

Diese Kolumne erschien zuerst in der Musikexpress-Ausgabe 08/2021.


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