PA Sports spricht über psychedelische Drogentrips

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Drogen und Deutschrap passen ganz gut zusammen. Haftbefehl rappt von Amphetaminen aller Art, Yin Kalle gönnt sich in seinen Songs „Lean double Cup“ (also Codein) und Nura erzählte kürzlich, dass sie früher Drogen in Clubs vertickt hat. Der in Essen aufgewachsene Rapper PA Sports schaffte es nun dennoch, mit einem Statement zu Drogen heftige Diskussionen auszulösen – bei ihm ging es allerdings, eher untypisch für Deutschrap, um psychedelische Drogen.

PA Sports: Es ist crazy“

In einem Livestream mit Rap-Journalist Rooz sprach PA Sports über die Einflüsse von psychedelischen Trips auf sein Leben. Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass er seine bisherigen Trips als sehr bereichernd empfunden habe:

„Ich kann nur sagen, dass diese psychedelischen Erfahrungen mir unfassbar viel gegeben haben in meinem Leben. (…) Es ist einer der schönsten Momente in meinem Leben gewesen. (…) Du verlierst jegliches Gefühl über Raum und Zeit. Du gehst in eine andere Welt. Es hört sich crazy an, aber es ist wirklich so.“

Wenngleich PA Sports in dem Stream betonte, niemandem den Konsum von Drogen empfehlen zu wollen, warfen ihm Kritiker*innen vor psychedelische Drogen zu verharmlosen. Daraufhin verfasste der Rapper noch einmal ein längeres Statement, in dem er vor allem auch eine Grafik zum Schadenspotenzial von Drogen zitierte, die von Alkohol und Heroin angeführt wird.

Britische Studie: Alkohol und Heroin sind die gefährlichsten Drogen

Die von PA Sports gepostete Grafik illustriert die Ergebnisse einer Studie des britischen Pharmakologen David Nutt von der Universität von Bristol, die er 2007 im Fachjournal Lancet veröffentlichte. Für diese beurteilten 40 britische Psychiater, Epidemiologen, Chemiker und Forensiker die Gefahren des Missbrauchs von legalen und illegalen Drogen. Dafür gab es verschiedene Kriterien, unter anderen die Gefahr körperlicher Schäden, die Stärke des Abhängigkeitspotentials, eventuelle Folgen für das soziale Umfeld sowie öffentliche Gesundheitskosten. Das Ergebnis der Studie war recht eindeutig, Alkohol und Heroin sind ihr zufolge die gefährlichsten Drogen, gefolgt von Crack und Methamphetaminen. Psychedelische Drogen tauchen in der Gefährlichkeitsrangliste dagegen erst auf den hinteren Plätzen auf –  sie sind vergleichsweise harmlos. Nutt sagte damals: „Dass der Konsum von Alkohol und Nikotin legalisiert ist, erscheint aus wissenschaftlicher Sicht vollkommen beliebig“. Aus seiner Sicht sei die derzeitige Drogenpolitik sogar „durch und durch krank.“

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Konsum bis zum Ego-Tod?

PA Sports sieht das wohl ähnlich. In einer Instagram-Story schrieb der Rapper: „Die gefährlichste Substanz die existiert bekommst du in unserer Gesellschaft an jeder Tankstelle und jedem Lebensmittelgeschäft“. Außerdem wies er erneut daraufhin, dass es bei dem Konsum psychedelische Drogen enorm wichtig ist, psychisch stabil zu sein und eine verantwortungsvolle Begleitperson einzubinden. Hier das ganze Statement:

„Wollte im Stream mit Rooz keineswegs verantwortungslos oder verherrlichend wirken. Habe meine Erfahrungswerte zu einer bestimmten Sache geteilt und oftmals darauf hingewiesen, wie wichtig es ist ein bestimmtes Alter erreicht zu haben, psychisch stabil zu sein und eine verantwortungsvolle Begleitperson einzubinden. In dieser Szene verherrlichen heranwachsende Artists die eine noch jüngere Zuhörerschaft haben seit Jahren schon ganz offen den Umgang mit Opiaten und Benzodiazepinen (Xanax). Keinen interessiert es. Alkohol gehört zum guten Ton und wird durchgehend vor Kindern glorifiziert. Keinen interessiert es. Ein 32-jähriger Mann spricht im Livestream mit einem anderen erwachsenen Mann über seine Erfahrung mit Psychedelika, worüber vor ihm auch schon Leute wie Steve Jobs, John Lennon, Sting, Asap Rocky, Mike Tyson, Joe Rogan uvm. gesprochen haben und die Leute fühlen sich offended? Deutschland hängt extrem hinter und es ist einfach nur erschreckend zu sehen wie eingeschränkt unser Horizont zu sein scheint.“

PA Sports thematisierte den Konsum psychedelischer Drogen auch schon in seiner Musik. In dem Song „Egotod“ aus dem Jahr 2020 rappt er darüber, wie er zusammen mit einer Geliebten verschiedenste Drogen konsumiert, bis zum „Egotod“. Der „Ego-Tod“ beziehungsweise die „Ich-Auflösung“, wie das Phänomen auch genannt wird, ist ein Zustand, der von hohen Dosen psychedelischer Drogen ausgelöst werden kann und in dem Menschen jegliches Gefühl für das eigenen Selbst verlieren.


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