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verhasster Klassiker

Gymnasiastenfunk: Red Hot Chili Peppers‘ Albumklassiker „BLOOD SUGAR SEX MAGIK“ ist so unerträglich wie vor 28 Jahren

Seit rund einem Monat schmeißt unser Autor Linus Volkmann eine Kolumne bei uns, in der er regelmäßig auf die jeweils zurückliegende Popwoche blickt. Eine der darin auftauchenden Kategorien heißt „Verhasster Klassiker“, und schon jetzt raunt man sich im Internet zu, dass sich die Kolumne schon wegen dieses Rants gegen Platten, die angeblich jeder mag, jede Woche aufs Neue lohne.

Als Services des Hauses stellen wir die „Verhassten Klassiker“ nachträglich auch einzeln heraus. Den Anfang macht das fünfte, im September 1991 erschienene Album der Red Hot Chili Peppers: BLOOD SUGAR SEX MAGIK.

Red Hot Chili Peppers
„Blood Sugar Sex Magik“
Warner / VÖ 24.09.1991

Kooperation

Sympathie für den Underdog, ja klar! Denn warum sollte in einer Band nicht auch mal die arme Sau mit dem komplett nutzlosen Instrument Bass im Mittelpunkt stehen? Wohin das allerdings führen kann, beweist mahnend dieser überschätzte wie mega-nervige Meilenstein des virilen Gymnasiasten-Funks aus Los Angeles.

Natürlich mag es irgendwie witzig anmuten, wenn ein Hund auf einem Dreirad fährt – aber das heißt doch noch lange nicht, dass ihm damit auch die Straße gehört! „Blood Sugar Sex Magik“ ist die zappelige Oben-Ohne-Saison für schlechte Mucker, die dauernd all ihr Können zeigen müssen. In einer Opposition zum Understatement stressen hier 17 ADHS-Titel an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

Der „Hit“ „Under The Bridge“ beweist dabei zudem: Dieser Sound taugt auch bei kitschigen Balladen überhaupt nichts. Einzig den Alterstest besteht das Album locker: Denn auch 2019 haben die Stücke nichts eingebüßt. Sie sind immer noch so unerträglich wie vor 28 Jahren!

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