Hayden Thorpe Moondust For My Diamond


Domino/Good To Go (VÖ: 15.10.)

von

Die Beschäftigung mit Hayden Thorpes neuem Album erfordert grundsätzliche Offenheit gegenüber esoterischen Ansätzen. Der einstige Sänger der seligen Wild Beasts hatte schon immer ein Faible für Spirituelles, was auf seinem ersten Soloalbum DIVINER und der darauffolgenden EP AERIAL SONGS (die nicht zufällig fast so heißt wie eine Platte der von Thorpe heftig verehrten Kate Bush) silbrig hindurchschimmerte.

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Auf MOONDUST FOR MY DIAMOND sucht der im Zeichen des Steinbocks geborene Brite nach kosmischer Energie, tanzt im Video zu „Parallel Kingdom“ in Steinkreisen, preist die Wirkung von Psilocybin und Atemtherapie. Wem nun blümerant zumute wird: Keine Sorge. Oder höchstens ein bisschen. Der Opener „Material World“ gerät zwar gefährlich nah in die Nähe von Wellness-Lounge-Muzak,  verzaubert dank Thorpes Engelsstimme, die er in diesem Stück vom charakteristischen Countertenor in schmusiges Raunen runterschraubt, aber doch sofort.

Ach, diese Stimme: Mal tremoliert sie wie sonst nur Anohni, dann wieder klingt Thorpe ganz hell und klar, damit ihn das Universum auch gut verstehen kann. Musikalisch orientiert sich MOONDUST FOR MY DIAMOND an nostalgischem Elektro-Pop der Achtziger, die Geister von Depeche Mode zu „Enjoy The Silence“-Zeiten schweben vorüber. Hin und wieder bricht sich die schwüle Überkandideltheit der Wild Beasts Bahn, was zu schönen Schräglagen wie in „No Such Thing“ führt. Wer offenen Geistes ist, wird viel Freude an diesen Songs haben. Alles fließt. The universe is always right.


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