Neil Young & Crazy Horse World Record


Reprise/Warner (VÖ: 18.11.)

von

These: Rick Rubin kann vor allem eins, er destilliert als Produzent einen Künstler auf seine Essenz. Wenn diese These stimmt, dann müsste auf WORLD RECORD der grundsätzlichste Neil Young aller Zeiten zu hören sein. Was man sagen kann: Zu hören ist auf jeden Fall der konzentrierteste Young seit einiger Zeit.

🛒  WORLD RECORD bei Amazon.de kaufen

Die elf Songs sind allesamt durchkomponiert und stringent arrangiert, obwohl auch dieses 42. Studioalbum des mit dem Alter immer fideler werdenden Endsiebzigers – wie alle Alben von Young mit Crazy Horse – live eingespielt wurde, aber halt nicht wie zuletzt auf BARN in der eigenen Scheune, sondern in Rubins Studio in Los Angeles. Aber hier franst nun – abgesehen vom 15-minütigen, aber ziemlich großartigen, an „Cortez The Killer“ erinnernden „Chevrolet“ – kaum etwas aus, finden die Songs schnell zum Punkt und verlieren sich auch nur selten in Improvisationen, egal ob typischer Crazy-Horse-Rumpelrock, HARVEST-taugliche Country-Ballade oder gemütlicher Folk-Walzer mit Mundharmonika-Einlage.

Konsequent auch das Konzept: Wieder einmal widmet sich Young dem Lieblingsthema seines Alterswerks und versucht Greta Thunberg Konkurrenz zu machen: „Love Earth“, „This Old Planet (Changing Days)“ oder „The World (Is In Trouble Now)“ verraten schon im Titel, was Young umtreibt. „No more war, only love“, singt der Männerchor hoffnungsvoll in „Walking On The Road (To The Future)“. Dass er – egal, ob er Parolen dichtet, sich in einen Vogel hineindenkt oder Zeitungstitelseiten sichtet – an die drängendsten Fragen der Menschheit mit einem eher naiven Blick herangeht, auch das gehört nun mal zur Essenz von Neil Young.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Various Artists :: FAC51 The Haçienda 1982

Pop, Postpunk, Electro: The Haçienda hätte dieses Jahr ihren 40. Geburtstag gefeiert. Eine 4-CD-Box blickt zurück auf die ersten, aufregenden...

The Cool Greenhouse :: Sod’s Toastie

Eine Quasi-Barock-Platte von den britischen und bösartigen Postpunk-Minimalisten.

Stella Sommer :: Silence Wore A Silver Coat

In diesem wundervoll (alb)träumerischem Folk trifft Laurel-Canyon-Nostalgie auf Schwarze Romantik made in Germany.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Rick Rubin verkündet neues The-Strokes-Album

The Strokes haben nach Angaben von Produzent Rick Rubin gemeinsam mit ihm in Costa Rica ein neues Album aufgenommen – und das vor einer einzigartigen Kulisse.

2001: Tokio Hotel kündigen neues Album für November an

Am 18. November erscheint die neue Platte. Sie kann jetzt bereits vorbestellt werden.

Pearl Jam: Eddie Vedder bittet einen Fan, das Konzert zu verlassen

Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder soll angeblich eine Frau aus dem Publikum geworfen haben, weil sie während eines Konzertes gewalttätig wurde.


Rick Rubin verkündet neues The-Strokes-Album
Weiterlesen