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The Chainsmokers: US-Konzert artet aus, Hygiene-Vorschriften missachtet

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Mitten in der Coronakrise ein Drive-In-Konzert zu spielen, ist die eine Sache (Geschmäcker sind schließlich verschieden). Die Hygiene-Vorschriften dabei nicht einzuhalten, noch mal eine ganz andere: Die Besucher*innen des jüngsten Charity-Drive-In-Konzerts der US-Band The Chainsmokers werden zurzeit auf Social-Media stark kritisiert, weil sie so gefeiert haben, als gebe es gar kein grassierendes Virus mehr. Und die Chainsmokers? Die haben sich scheinbar überhaupt nicht um die Gesundheit der Crowd gekümmert.

Tatsächlich sollen die Gäste beim Gig die geltenden Social-Distancing-Regeln komplett links liegen gelassen haben. Die Veranstaltung fand am Samstag, dem 25. Juli, in einem 100 Hektar großen Park in den Hamptons auf Long Island statt. Die Show wurde so konzipiert, dass sich die Teilnehmer*innen die Performance der EDM-Band entweder in ihren Fahrzeugen oder in dem Bereich ihres vorgesehenes Parkplatzes ansehen konnten. Diesen abgetrennten Bereich durfte man insgesamt nur für den Klobesuch verlassen, mehr aber auch nicht. In den sozialen Netzwerken tauchten nach dem Konzert jedoch etliche Aufnahmen auf, in denen viele Teilnehmer*innen zu sehen sind, die in unmittelbarer Nähe zueinander stehen und weder Masken noch anderweitige Mund-Nase-Bedeckungen tragen. Was war da los?

Schaut Euch hier einen dieser bedenklichen Mitschnitte des Gigs an:

 

In einem Statement verkündete der Veranstalter via „Billboard“ nun, dass man sich an die auferlegten Corona-Vorgaben gehalten habe:

„Wir haben alle ordnungsgemäßen und aktuellen Protokolle befolgt, einschließlich des Abstands zwischen den einzelnen Stellen, der Positionierung der Desinfektionsstationen auf dem gesamten Gelände, der Temperaturkontrolle für alle Teilnehmer, der Desinfektion der Toiletten alle 10 Minuten, der örtlichen Sicherheit, damit die Gäste ihre Masken in und außerhalb der ausgewiesenen Bereiche tragen können, Kontaktverfolgung, klar gekennzeichnete Parkzonen sowie kostenlose Gesichtsmasken bei der Ankunft.“

Die Videos seien dagegen aus einem Winkel aufgenommen worden, der nicht richtig vermittelt, wie sorgfältig die Regeln befolgt wurden, so die Organisatoren. Weiter erklären sie:

„Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, um die New Yorker Richtlinien zur sozialen Distanzierung durchzusetzen, und haben mit allen staatlichen und lokalen Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet, um die Sicherheit aller zu gewährleisten.“

Das New Yorker Gesundheitsministerium will den Fall jetzt weiter untersuchen. In einem offenen Brief teilte der zuständige Ermittler Dr. Howard Zucker dem Stadtaufseher von Southhampton, Jay Schneiderman, seinen Frust mit:

„Ich bin ratlos darüber, wie die Stadt Southampton eine Genehmigung für ein solches Ereignis erteilt hat, wie sie es für legal und nicht als offensichtliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit hielt.“

Die Chainsmokers äußerten sich nicht weiter zu den Anschuldigungen. Die Ticketpreise für ihr Konzert lagen zwischen 1.250 und 25.000 US-Dollar. Alle Gewinne wurden an lokale Wohltätigkeitsorganisationen gespendet, darunter den „Children’s Medical Fund“ in New York, „No Kid Hungry“ und „Southampton Fresh Air Home“.


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