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The Nationals Aaron Dessner wehrt sich gegen Twitter-Trolle – er ist kein Antifa-Organisator

Aus Solidarität und als Zeichen des Protests legen heute große Teile der Musikindustrie die Arbeit nieder. Die drei Major-Labels Warner, Sony und Universal haben sich einem Aufruf in den USA angeschlossen, dass es an diesem Dienstag kein „business as usual“ geben soll – stattdessen einen „Blackout Tuesday“. Die Musikmarken Rolling Stone, Musikexpress und Metal Hammer schließen sich den Aufruf zum „Black Tuesday“ an und veröffentlichen heute ausschließlich Nachrichten und Berichte zum Thema Rassismus und zu den Protesten dagegen.

Hintergrund der Solidaritäts-Aktion ist die anhaltende Polizeigewalt gegen Afroamerikaner*innen und die Tötung von George Floyd durch Polizeibeamte in der vergangenen Woche. Minutenlang hatte ein Polizist sein Knie auf den Hals des 46-jährigen Afroamerikaners gedrückt und trotz dessen verzweifelten Hilferufen („I can’t breathe“) nicht von ihm abgelassen. Floyd starb kurz darauf. Der Tod von George Floyd hat eine immer größer werdende Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA ausgelöst. Und eine gesellschaftliche Diskussion über ihre Ursachen.

Auch im US-Bundestaat Ohio kam es nach dem Tod von Floyd verstärkt zu Protesten. Am Wochenende tauchte zudem im Internet ein Clip mit einem bärtigen, weißen Mann auf, der anscheinend mit Bargeld Menschen dazu anstacheln wollte, in Columbus, Ohio, einen Aufstand auszulösen. Via Twitter wurde dann die Theorie verbreitet, es handele es sich um Aaron Dessner, den Gitarristen von The National. Eine Userin, die mittlerweile auf Twitter gesperrt wurde, veröffentlichte ein Foto von Dessner und schrieb dazu: „Trefft @aaron_dessner, er ist ein Antifa-Organisator, der die Leute für Aufruhr bezahlt !!“ Und weiter: „Er muss JETZT verhaftet werden !!“ Zahlreiche Twitter-Trolle sprangen auf den Zug auf – ohne, dass es einen richtigen Beweis für die Übereinstimmung gab.

Jetzt meldet sich der Aaron Dessner selbst zu Wort und sagt: „Ich bin nicht die Person“, und untermauert zudem „ich würde niemals Gewalt jeglicher Art unterstützen.“ Ganz konkret sei er seit Juni 2019 nicht mehr in Ohio und in den vergangenen drei Monaten mit seiner Frau und den Kindern in Upstate New York in Quarantäne-Isolation gewesen. Dazu teilte er noch ein Bild mit viel Natur und blauem Himmel und erklärte weiterhin: „Ich unterstütze jedoch uneingeschränkt friedliche Proteste und Aktivitäten gegen endemischen Rassismus und rassistisch motivierte Gewalt in diesem Land, die sich Generation für Generation fortsetzen. Wie so viele hoffe ich auf eine friedliche Lösung und tatsächliche Fortschritte bei der Bewältigung dieser anhaltenden Probleme in unserer Gesellschaft.“



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