Highlight: Prätentiöse Kacke: Tool sind System Of A Down für Leute, die nie Sex haben

Tool erhielten Todesdrohungen, weil sie sich so viel Zeit mit ihrem neuen Album ließen

Der nach „Chinese Democracy“ längste Running Gag in der jüngeren Rockgeschichte hat bald ein Ende: Tools neues Album erscheint am 30. August 2019. Das gab die Band bereits im Mai während eines Konzerts in Birmingham, Alabama bekannt. Zuletzt hatten sie auch den Titel verraten: Der Nachfolger des 2006 erschienenen 10,000 DAYS soll FEAR INOCULUM heißen. Das gaben Tool über ihre Social-Media-Accounts bekannt.

Auf Instagram etwa posteten Tool ein kurzes, tonloses Video:

Dazu schrieb die Prog-Alternative-Rockband aus Kalifornien: „FEAR INOCULUM, Aug 30th, 2019 Album Art, Lead Track, and Pre-Order info TBA. Thank you for your patience.“ Weitere Infos werden also folgen. Ebenfalls im Mai hatten Tool beim Rockville Festival in Florida bereits zwei neue Songs live vorgestellt: „Descending“ und „Invincible“. Im Sommer traten sie unter anderem in Berlin sowie bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ auf.

Ihre neue Single „Fear Inoculum“ ist seit dem 7. August im Stream zu hören:

Danny Carey wollte Tool verlassen

In einem neuen Interview mit dem „Metal Hammer“ hat Tool-Drummer Danny Carey nun ein paar Inneneinsichten aus dem langwierigen Entstehungsprozess des neuen Albums geteilt. Er gestand, dass er zwischenzeitlich an einen Ausstieg gedacht habe: ‘Well if you guys can’t commit to this, I’m just going to play with other people’”, soll er gesagt haben. Etliche Ideen seien über die Jahre wieder verworfen worden – insgesamt Material für ein komplettes Album sei so auf der Strecke geblieben. „Manchmal dachte ich, wir haben es bald geschafft“, so Bassist Justin Chancellor. „Wir hatten ein paar coole Songs – und dann wurden sie wieder in die Tonne getreten und wir fingen von vorne an. Es war niederschmetternd.“

Trotzdem habe Carey Mitleid mit Sänger Maynard James Keenan gehabt. Einmal habe der ihm erzählt, dass er Todesdrohungen von diesen „Idioten da draußen“ erhielt.  Mit „Idioten“ meint er irrlaufende Fans, die es nicht ertragen können, so viele Jahre auf ein neues Album ihrer Lieblingsband zu warten. Wegen eben dieser extremen Nachfrage und Erwartungshaltung sei der Druck immer größer und Tools Ansatz immer perfektionistischer geworden. Gitarrist Adam Jones‘ Mantra lautete: „It’s not good when it’s done, it’s done when it’s good.” Carey erläutert: „Fans haben keine Ahnung, wie unsere Arbeitsethik aussieht. These things don’t happen, man. Es gibt kein anderes Album da draußen, dass wie dieses Tool-Album klingt.“

Tool streamen ihre Alben

Wer sich standesgemäß auf Tools neues Album FEAR INOCULUM vorbereiten will: Seit dem 2. August ist Tools Backkatalog (ja, inklusive Backrezept „Die Eier von Satan“)

. Ihre Alben UNDERTOW (1993), AENIMA (1996), LATERALUS (2001) und 10,000 DAYS (2006) stehen nun bei „allen digitalen Plattformen und Streaminganbietern“ bereit:

Tool haben einen eigenen Link mit einer Übersicht aller Streaminganbieter kuratiert. In einem Statement teilte Sänger Maynard James Keenan nahezu selbstironisch mit: „Our obsession with, and dream of, a world where BetaMax and Laser Disc rule has ended. Time for us to move on. But never fear. There’s a brand new thing we think you’re really gonna dig. It’s called Digital Downloads and Streaming. Get ready for the future, folks!”

Hier alle Alben im Stream-Überblick:

ME-Kolumnist und Autor Linus Volkmann freut sich derweil keineswegs auf dieses Album: „Euer „Chinese Democracy“ wird auch schon noch erscheinen“, schreibt er Anfang des Jahres an die Tool-Fans in der Kategorie „verhasste Klassiker“ seiner Kolumne bei uns. „Und es wird vermutlich ganz große prätentiöse Kacke sein – ohne dass Ihr Euch das je eingestehen dürft.“

Werbung

Jetzt in die Zukunft starten mit den neuen MagentaMobil Tarifen

Ab sofort inklusive 5G*. Jetzt in die Zukunft starten!

Mehr Infos


Tool: Ihr neues Album hat jetzt sogar einen Namen – und die alten Alben könnt Ihr bald im Stream hören
Weiterlesen