Top 5: Songs aus der Reihe „K-Pop English gone wrong“

SuperM – „Jopping“

Die Band SuperM ist der Versuch der Produktionsfirma SM Entertainment, eine Art K-Pop-Supergroup zu launchen, die vor allem auf dem US-Markt funktioniert. Die Mitglieder stammen aus Bands wie Shinee, Exo, NCT 127 und WayV und debütierten mit dem Song „Jopping“. Ein verdammter Hit, der stilistisch so herrlich drübber ist, wie man sich K-Pop nur wünschen kann. Die überwiegend englischen Lyrics sind eigentlich durchweg ziemlich quatschig, aber mit der Wortneuschöpfung „Jopping“ gehören sie an die Spitze dieser Liste. Ausgedacht hat sich das, der SM-Cheffe höchstselbst, wie er mal in einem Video verriet. Was „Jopping“ bedeutet? Ist doch völlig klar: „’Cause when we jumping and popping / We jopping“. Äh … Tja. Ist das nun Superquatsch oder genial? Wir diskutieren noch …

Momoland x Chromance – „Wrap Me In Plastic“

Alles, aber auch wirklich alles, was an dem in einigen K-Pop-Girlgroups vermittelten Frauenbild falsch und problematisch ist, steckt in diesem Song der 2016 gegründeten Band Momoland. In „Wrap Me In Plastic“, das vom Hit-Produzenten Chromance noch einmal sehr erfolgreich geremixt wurde, singen die Momoland-Mitglieder überwiegend auf Englisch über eine frauenverachtende Männerphantasie und bieten sich als „Puppen“ an. Dabei heißt es zum Beispiel: „So, wrap me in plastic and make me shine / We can make a dollhouse, follow your design / Let’s build a dog out of sticks and twine / I can call you master, you can call me mine.“ Gerade in Verbindung mit Worten, die auch bei diversen Fetischen zum Einsatz kommen, fragt man sich wirklich, was für Menschen diese Nummer durchgewunken haben. Aufschlussreich ist auch ein Blick auf die Lyric Credits. Da stehen folgende Namen: „Marcus Layton / Johannes Becker / Daniel Stanfill“. Toll MarcusJohannesDaniel – ganz toll!

Monsta X – „Gambler“

Die 2015 gegründeten Monsta X standen schon immer für einen Testosteron-befeuerten, breitbeinig getanzten K-Pop. Ihre Choreografien sind oft aggressiv und man sieht allen Mitgliedern an, dass sie ihre eigenen. Körper schon ganz schön geil finden. Das vertonten sie besonders panne und zweideutig im Song „Gambler“. Hier heißt es in einem Rap-Part tatsächlich: „My suit is black, my suit is fresh / Open my pack, let me show you how I bang.“ Ähm … nee Jungs, packt das mal lieber wieder weg.

Shinee – „Ring Ding Dong“

Shinee gibt es schon eine ganze Weile: Sie wurden 2009 gegründet und brachten zum Beispiel den hochgradig talentierten Taemin hervor, der auch bei SuperM an Bord ist. Anfang des Jahres wagten sie gar ein sehr erfolgreiches Comeback, das gerade auf Eis liegt, weil Taemin seinen Pflichtdienst beim Militär absolviert. Shinee haben uns 2009 mit „Ring Ding Dong“ einen Song geschenkt, der immer wieder in Listen wie „The most cringy k-pop songs“ auftaucht. Man könnte „Ring Ding Dong“ fast als dadaistisches Kunstwerk sehen, wenn man bloß das Gefühl hätte, er wäre ironisch gemeint. Ist er aber nicht. Die Jungs singen hier mit dem typischen K-Pop-Performer-Ernst: „We wanna go rocka rocka rocka rocka rocka / (So fantastic) / Go rocka rocka rocka rocka rocka / (So elastic) / Fantastic fantastic fantastic fantastic / Elastic elastic elastic elastic / Ring ding dong ring ding dong / Ring diggy ding diggy ding ding ding.“ Da klingeln einem wirklich Hirn und Ohren.

NCT 127 – „Simon Says“

Die Untergruppe der Band NCT hat mit „Simon Says“ vielen ihrer Fans Freude bereitet. Aber wohl nicht so, wie sie das gedacht hatten. Viele K-Pop-Songs vermischen ja koreanisch und Englisch und nutzen die englischen Parts so, als wollten sie damit englischsprachigen Fans ein wenig Halt geben, damit sie ungefähr wissen, worum es geht. Dabei vergreifen sich die Songschreiber aber oft. So zum Beispiel im letzten Drittel von „Simon Says“, wo es heißt: „Bless me, achoo / Simon says ‚be cool‘ / ‚Don’t be such a fool‘ (nah).“ Vor allem das „achoo“ amüsiert die Fans nachhaltig und sorgte für den ein oder anderen „Supercut“. Warum? Nun ja, „achoo“ ist das „Hatschi“ der Amerikaner – und das macht an der Stelle ja wirklich nur dann Sinn, wenn Simon „Gesundheit“ gesagt hätte …


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