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Die Melt!-Besucher, die authentische Bands und stundenlange DJ-Sets gewohnt sind, werden konfrontiert mit einer auf Hochglanz polierten Show, die sich in Perfektion badet. Schöne Körper räkeln sich auf der Bühne, Kylie wackelt mit dem Hintern, singt von „Love At First Sight“ und covert schließlich Nenas „99 Luftballons“ – mit Ballons in Herzchenform, die in den Nachthimmel entschweben. Hach. Die Outfits glitzern und glänzen mit Kylies Lachen und den Gesichtern des hartgesottenen Fanblocks in der ersten Reihe um die Wette. Als bestünde die ganze Welt aus Zuckerwatte-Pop und Regenbögen.

Giorgio Moroder: Der wahre Mainstream hatte bereits eine Stunde vor Kylies Auftritt Einzug gehalten und zwar in Form des 75-jährigen Mannes, der die Kirmes-Ästhetik auf die Melt!-Bühne brachte. „Ist das da vorne ernst gemeint?“, fragte der ein oder andere im Publikum, als Giorgio Moroder seine Hits auspackte. Verlegen schob sich die lebende Discolegende eine verspiegelte Sonnenbrille ins Gesicht und versuchte unbeholfen zum Mitklatschen zu animieren. Für die einen war es das perfekte Warm-Up für Kylie Minogue, für andere war es ein guter Grund um zu The Orb oder Kwabs auf den Nebenbühnen abzuwandern. Eine gute Alternative wären auch Young Fathers gewesen.

Ibeyi: Die beiden bezaubernden Zwillingsschwestern Lisa-Kaindé und Naomi Díaz erhielten einen besonderen Slot. Am Sonntag spielten die beiden um 16 Uhr auf der Gemini Stage, als auf den restlichen Bühnen noch absolute Ruhe herrschte. Mit kubanisch-afrikanischer Musik und glasklaren Stimmen versetzten sie das Publikum in Begeisterung, vor allem da die Schwestern bei zahlreichen Auftritt seit dem vergangenen Jahr an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gewonnen haben. Ein wahres Nachmittags-Highlight.

Django Django: Die Briten, die ihr aktuelles Album BORN UNDER SATURN im Gepäck hatten, entpuppten sich als Lieblinge der Besucher mit vielseitigem Geschmack. Denn während auf Kylie gewartet wurde, boten Django Django eine herausragende Performance. Gekonnt nahm die Band ihre Songs auseinander und setzte sie passend für den Live-Rahmen zusammen. Mit einer Leichtigkeit ließen Django Django von der ersten Minute die ersten Reihen tanzen und zogen während des Auftritts immer mehr Menschen, Kylie-Fans eingeschlossen, in ihren Bann. Eine Handbewegung von Vincent Neff reichte, um für Jubel zu sorgen. Ein Favorit des diesjährigen Melt! Festivals.



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