Logo Daheim Dabei Konzerte




Blackout Tuesday
Highlight: Amazon Prime Video: Das sind die besten Sci-Fi-Filme der Streaming-Plattform

Kritik

„Westworld“ Staffel 3 auf Sky: Von Maschinen über die Menschheit lernen

Neue Staffel, neues Setting, neue Chance

Jetzt hat Dolores aber endlich den langerwarteten Sprung raus aus dem Park, rein in die echte Welt geschafft. Und diese, unsere Welt sieht erstaunlich futuristisch aus, wenn man bedenkt, dass sich die Handlung in den 2050ern abspielt. Typisch Dystopie, ist alles in bläulich-kaltes Licht getaucht, Architektur und Alltagsdesign ultraclean, die Autos fahren selbstverständlich von allein. Macht man sich bewusst, wie die Corona-Pandemie unser Zusammenleben in nur wenigen Monaten veränderte, wie Google und Facebook innerhalb weniger Jahre zu einem festen Bestandteil unseres Alltags wurden, erscheint der schnelle Wandel hin zu einer völlig anderen Lebensrealität aber gar nicht mehr so weit hergeholt.

Apropos Google und Facebook … Die wohl zentralste Neuerung in dieser Welt ist eine von „Incite Inc.“, dem größten Tech-Unternehmen überhaupt, entwickelte Superintelligenz namens „Rehoboam“, die Daten über alles und jeden sammelt. So weit, so bekannt. Nur verwendet er diese Daten, um die Zukunft eines jeden Individuums vorherzusagen. Geht „Rehoboam“ davon aus, dass ein Mensch binnen weniger Jahre Suizid begehen wird, stoppt es Investitionen, beispielsweise in Form von prestigeträchtigen Jobs, was den  Selbstmord wiederum wahrscheinlicher werden lässt. So werden die Vorhersagen zur selbsterfüllenden Prophezeiung.  Eine solche Einstufung erhält auch Caleb (Aaron Paul), der nach seinem Kriegseinsatz unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet und von Dolores zu ihrem menschlichen Mitstreiter auserkoren wird.

Von freien Maschinen und unfreien Menschen

„Westworld“ hat damit sein Potenzial wiederentdeckt über hochaktuelle ethische Fragen zu philosophieren. Doch jetzt sind es die Menschen, die sich damit beschäftigen müssen, was ein „freier Wille“ bedeutet. Denn genau betrachtet, unterscheidet sich ihr Leben nicht mehr allzu sehr von dem der Hosts im Park: Sie werden konstant beobachtet, andere entscheiden für sie, was aus ihnen wird. Beide sind in Handlungsschleifen gefangen, die keinen freien Willen vorsehen.

Aus der zweiten Staffel scheint man zudem gelernt zu haben, dass die ausgeklügeltste Erzählstruktur deplatziert ist, wenn sie die Dinge unnötig verkompliziert. Jetzt schreitet Dolores geradlinig durch die Handlung, auf ein Feuerwerk aus Flashbacks und Querverweisen wird weitgehend verzichtet. Ihr Ziel: die Auslöschung der Menschheit, wofür sie zunächst „Incite“ unter ihre Kontrolle bringen muss. Je nach Situation tritt sie dafür als verführerische „Femme Fatale“ oder kaltblütige Killermaschine auf. So gerne man Evan Rachel Wood auch dabei zusieht, charakterliche Tiefe bleibt da natürlich erstmal auf der Strecke – und die erstklassige Schauspielerin hinter ihren Möglichkeiten. Dasselbe gilt auch für Aaron Paul, der auf die Rolle des ballernden Sidekicks reduziert wird. Gemeinsam nehmen sie es mit Engerraund Serac (Vincent Cassel) auf, dem Co-Erfinder von „Rehoboam“. Der wiederum hat sich Maeve an seine Seite geholt, die in das simulierte Paradies zu ihrer Tochter möchte und dafür den Code benötigt, den sie bei Dolores vermutet.

HBO
HBO


Serienauftakt von „Snowpiercer“ auf Netflix: Klassenkampf ohne Biss
Weiterlesen