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11 große LGBTQI+ Hymnen, die ihr kennen müsst

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Juni ist Pride Month – der Monat, in dem sich alles um die Errungenschaften, Inhalte und Antistigmatisierung der LGBTQI+ Community drehen soll. Ein Monat, in dem jegliche Formen von Identität und Gender in all ihren Farben, Ausprägungen und Einzigartigkeit gebührend zelebriert werden muss. Dafür braucht es jedoch zunächst eine passende Playlist: Hiermit präsentieren wir euch eine Liste mit einigen der größten Hymnen der LGBTQI+ Community aus dem vergangenen und aktuellen Jahrhundert!

1. „Vogue“ – Madonna

Madonnas furchtlose Art, ihre sexuelle Offenheit und ständig wechselnder Stil haben sie bereits seit Beginn ihrer Karriere zu einem der größten gay icons der Popwelt gemacht. Doch es ist nicht nur ihr ästhetisches und sexuelles Selbstbewusstsein, das Madonna für die LGBTQI+ Community so wichtig macht: Bis heute spricht sie sich offen gegen Homo- und Transphobie aus und hat mit ihrem Hit „Vogue“ den Tanzmove „vogueing“ aus der queeren Underground-Szene in den Mainstream gebracht.

Zitat:

„It makes no difference if you’re black or white
If you’re a boy or a girl
If the music’s pumping it will give you life
You’re a superstar“

2. „It’s A Sin“ – Pet Shop Boys

„It’s A Sin“ erschien auf ACTUALLY – dem zweiten Studioalbum der Pet Shop Boys aus dem Jahr 1987. Songwriter Neil Tennant meinte später, ihn hätten seine eigenen Erfahrungen an einer konservativen katholischen Schule zu dem Song inspiriert. Damals, so Tennant, habe er das Gefühl gehabt: Alles, was er tut, sagt und ist, gleiche einer Sünde. Im Jahr 1994 bekannte sich der Sänger offiziell zu seiner Homosexualität – der Song kann somit bis heute als eine klare Ansage gegen die katholische Kirche und ihre homophoben Ansichten gewertet werden.

Zitat:

„Everything I’ve ever done
Everything I ever do
Every place I’ve ever been
Everywhere I’m going to
It’s a sin“

3. „I Want To Break Free“ – Queen

Kaum ein Song von Queen war so sehr queer, ohne offiziell queer zu sein: Der 80s-Hit, der vom Bassisten John Deacon geschrieben wurde, könnte nicht offensichtlicher sein in seinen textlichen Andeutungen. Und das Musikvideo, in dem Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon alle in Drag auftreten, gilt heute als legendär. Was kann man daran auch nicht lieben?

Zitat:

„I’ve fallen in love
I’ve fallen in love for the first time
And this time I know it’s for real“

4. „Smalltown Boy“ – Bronski Beat

Wer hätte gedacht, dass der beliebte und einprägsame 80s-Hit „Smalltown Boy“ von Bronski Beat eine tragische autobiografische Komponente aufweist? Der Song, der die Geschichte eines Jungen erzählt, der sein konservatives Elternhaus hinter sich lässt, nachdem er sich ihnen gegenüber als schwul geoutet hat, ist keine Fiktion – sondern an die wahre Lebensgeschichte von Sänger Jimmy Somerville angelehnt.

Zitat:

„Mother will never understand why you had to leave
But the answers you seek will never be found at home
The love that you need will never be found at home“

5. „Grace Kelly“ – Mika

Im Jahr 2007 hatte der libanesisch-britische Musiker Mika bereits an die Türen von hunderten Record Labels geklopft, ohne jemals einen Plattendeal zu erhalten. Wütend und frustriert schrieb der damals 24-Jährige den Track „Grace Kelly“, über den er selbst später sagte: „Ich habe den Song so geschrieben: ‚Ich kann jede Farbe sein, die du willst, was zum Teufel willst von mir?’“ Heute schwingt bei dem Track des offen homosexuell lebenden Sängers jedoch noch eine andere Message mit: Sei genau die Person, die du sein möchtest – und lass dir bl0ß von niemandem etwas anderes erzählen.

Zitat:

„I tried to be like Grace Kelly, mm
But all her looks were too sad, ah
So I tried a little Freddie, mm
I’ve gone identity mad!“

6. „I’m Coming Out“ – Diana Ross

Fun Fact: Nachdem Nile Rodgers und Bernard Edwards – die Gründungsmitglieder von Chic – drei als Diana Ross verkleidete Drag Queens in einer Bar sahen, schrieben sie ihr den Song „I’m Coming Out“, um die LGBTQI+ Community zu unterstützen. Der Track, der im Jahr 1980 veröffentlicht wurde, gilt bis heute als musikalischer Meilenstein in der queeren Szene.

Zitat:

„The time has come for me
To break out of this shell
I have to shout
That I am coming out“

7. „Relax“ – Frankie Goes To Hollywood

Als die britische Band Frankie Goes To Hollywood im Jahr 1983 das Musikvideo zu ihrer ersten Single „Relax“ veröffentlichte, war der Schock bei konservativen und prüden Zuschauer:innen zunächst groß: Muskulöse Männer in Latex- und Leder-Outfits, die sich auf dem Dancefloor zu dem 80s-Beat bewegten, dazu der lüsterne Songtext („Shoot in the direction“) – mehr Homoerotik ging damals nicht. Der Track entwickelte sich trotz – oder eher wegen – der gezielter Provokation in den 1980ern zu einem der erfolgreichsten Songs des Jahrzehnts und wurde 1985 sogar mit einem BRIT Award als „Beste Single“ ausgezeichnet.

Zitat:

„Relax, don’t do it
When you want to come
Relax, don’t do it
When you want to suck it, chew it“

8. „YMCA“ – Village People

Über die Jahrzehnte hinweg haben sich die Village People immer wieder widersprüchlich zu der Entstehungsgeschichte ihres größten Hits „YMCA“ geäußert. Während Songwriter Victor Willis noch im Jahr 2008 betonte, der Inhalt des Songs hätte gewiss nichts mit Homosexualität zu tun, meinte David Hodo wiederum: „’Y.M.C.A.‘ hat gewiss einen schwulen Ursprung. Das ist, was Jacques dachte, als er es schrieb, weil unser erstes Album wohl das schwulste Album aller Zeiten war. Ich meine, schau uns an. Wir sind eine schwule Gruppe. Wurde das Lied geschrieben, um schwule Männer im YMCA zu feiern? Ja. Absolut. Und schwule Menschen lieben es.“ Ob gewollt oder nicht – der Hoheitsstatus des Songs in der LGBTQI+ Community spricht für sich.

Zitat:

„Young man, there’s a place you can go.
I said, young man, when you’re short on your dough.
You can stay there, and I’m sure you will find
Many ways to have a good time.“

9. „I Will Survive“ – Gloria Gaynor

Gay Pride setzt nicht nur ein politisches Zeichen für gesellschaftliche Akzeptanz jeglicher Form von Liebe, sondern betont vor allem die radikale Selbstliebe und Selbstbewusstsein bezüglich der eigenen (sexuellen) Identität. Kein Wunder also, dass Gloria Gaynors Disco-Hit „I Will Survive“ in der LGBTQI+ Community Kultstatus erreicht hat. Der Song über die Kraft, sich von einer toxischen Beziehung loszueisen und endlich frei zu sein, gilt als einer der größten Disco-Tracks aller Zeiten.

Zitat:

„Oh, as long as I know how to love I know I’ll stay alive
I’ve got all my life to live
I’ve got all my love to give
And I’ll survive“

10. „Born This Way“ – Lady Gaga

„No matter gay, straight or bi / Lesbian, transgender life / I’m on the right track, baby / I was born to survive“ singt Lady Gaga in dem Titeltrack zu ihrem gleichnamigen zweiten Studioalbum aus dem Jahr 2011. Dass der Popstar aus New York durchaus queere Ästhetiken und Messages verbreitet, war vielen ihrer Fans bereits bei ihrem Debütalbum THE FAME offensichtlich. Doch „Born This Way“ war anders, offensiver. Es war der erste Meilenstein, der Lady Gaga zu einem der größten gay pop icons dieses Jahrhunderts machen sollte.

Zitat:

„Don’t be a drag, just be a queen
Whether you’re broke or evergreen
You’re Black, white, beige, cholo descent
You’re Lebanese, you’re Orient
Whether life’s disabilities
Left you outcast, bullied, or teased
Rejoice and love yourself today
‚Cause baby, you were born this way“

11. „It’s Raining Men“ – The Weather Girls

Vollständig angezogene Frauen, umringt von Männern in Speedos? Was heute eher harmlos klingt, war im Jahr 1982 noch eine ziemlich verruchte Angelegenheit. Donna Summer – die kurz zuvor zum Christentum übergetreten ist – soll den Songwritern Paul Jabara und Paul Shaffer sogar eine Bibel zugeschickt haben, nachdem sie den Track das erste Mal gehört hat. Gesungen wurde „It’s Raining Men“ letztendlich von The Weather Girls, die sich extra für den Song umbenannt hatten. Innerhalb der vergangenen Jahrzehnte hat sich der Discohit zu einer der größten Hymnen der LGBTQI+ Community entwickelt und wurde von „The Gay UK“ sogar auf Platz 2 der „Top 40 Gay Anthems for Pride“-Liste gewählt.

Zitat:

„It’s raining men! Amen!
I’m gonna go out to run and let myself get
Absolutely soaking wet!“

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