Barack Obama über Rap: „Es geht nur um Bling, um Frauen, um Geld“

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Eigentlich ist Barack Obama ein bekennender HipHop-Fan. So veröffentlichte er regelmäßig Playlisten mit seinen Lieblingsliedern, in denen viele Rap-Songs zu finden sind. Was ihn an dem aktuellen US-Rap jedoch stört, ist dessen Hang zum Materialismus. Was die Hi Hop-Kultur mit dem Aufstieg von Donald Trump zu tun hat, erklärte der Ex-Präsident nun in einem Interview mit „The Atlantic“.

Es gäbe eine starke Verbindung von Populismus und Popkultur in Amerika, erklärt Obama in seinem Interview. Materialistische Bilderwelten und Inhalte, so wie sie in TV-Formaten, aber auch in der HipHop-Kultur zelebriert würden, hätten eine Entwicklung angestoßen, die ein Bild des Mannes, der zeigt was er hat und was er kann, das Bild eines Beschützers der Schwachen verdrängen ließ. Insofern vergleicht er den amtierenden Präsidenten Donald Trump mit dem fiktiven Millionärserben Richie Rich aus dem gleichnamigen Film von 1994. Auch er zeige keinerlei Verantwortung für sein tun oder Interesse an seinen Mitmenschen. Durch diese und ähnliche vom Materialismus durchzogenen, popkulturellen Einflüsse, wundere es Obama auch nicht, warum Trump unter Schwarzen so viel Unterstützer*innen findet.

„Es ist interessant – Die Leute schreiben über den Umstand, dass Trump seine Zustimmung unter Schwarzen ausbauen konnte sowie über die Rapper, die seine Kampagne unterstützen. Ich muss mich jedes Mal daran erinnern, dass es in Rap-Musik vor allem um Bling, Frauen und um Geld geht. Eine Menge Rap-Videos verbreiten dieselben Werte und Maßstäbe für Erfolg, die Donald Trump auch verwendet. Alles ist vergoldet. Das passiert unbewusst und sickert langsam in die Kultur ein.“

Zu Trumps Unterstützern gehörten in letzter Zeit unter anderem Lil Pump, 50 Cent, Ice Cube und Lil Wayne. Da Obama andere Werte dem HipHop zuschreibt, ist davon auszugehen, dass seine Vorwürfe vor allem eine junge Generation HipHop treffen, die zum Beispiel Modemarken wie Gucci und Louis Vuitton zelebrieren und nur wenig politische oder gesellschaftskritische Inhalte liefern. Entwicklungen, wie man sie zum Teil auch aus dem Deutschrap, der noch immer vom amerikanischen Vorbild beeinflusst wird, kennt.

Wie es um seinen ganz persönlichen Musikgeschmack bestellt ist, zeigte Obama kürzlich durch einen Tweet mit einer Song-Playlist zu seinem neuen Buch „A Promised Land“. Darin sind unter anderem Songs von Eminem, Jay Z und Beyoncé zu finden.


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