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ME 04/20

Mit Depeche Mode, Dua Lipa, Gang Of Four und Mavi Phoenix: Der neue Musikexpress – jetzt am Kiosk!

Zum Einstieg wie immer unser „Making-Of“ aus dem hier beworbenen Printprodukt:

LEGENDÄR LANGWEILIG

Als ME-Mann Manfred Gillig Anfang des Jahres 1990 in London auf die erfolgreiche Synthesizer-Gruppe Depeche Mode traf, hatten die offensichtlich keinen Bock auf ihn. Vielleicht hatte er sie auf dem falschen Fuß erwischt mit irgendeiner Frage, kann mal passieren, oder sie hatten generell keine Lust auf Interviews und den ganzen Pressequatsch an diesem Tag, passiert auch immer wieder. So geschah es also, dass Gillig die „Langeweile“ zum übergeordneten Thema seines Features über die Engländer (Überschrift: „Modemuffel“) und ihre wohl ganz okaye neue Platte VIOLATOR (eine Vier-Sterne-Wertung im Plattenteil) machte: Langweilig seien die Musiker als Privatleute, die langweilige private Dinge täten, behaupteten sie selbst. Noch viel mehr Langweile würde allerdings drohen, würden sich die vier – damals gerade einmal um die 30 – von dem ganzen Kreativ- und Tourstress verabschieden.

Das leuchtet ein. Aber es stimme schon, am Anfang sei alles noch spannender gewesen. Überhaupt: Gillig möge doch froh sein, dass er jetzt schon auf sie trifft: „Du solltest uns mal in ein paar Wochen erleben, wenn wir schon eine Reihe von Interviews hinter uns haben“, sagte Alan Wilder: „Dann wird’s wirklich langweilig.“ Gerne hätten wir für unser Special über 30 Jahre VIOLATOR mit einem der Musiker gesprochen, leider kam das nicht zustande. Vielleicht war es aber ja auch gut so.

Der Musikexpress 04/2020 – die Themen im Überblick:

Depeche Mode – 30 Jahre im Namen der Rose

VIOLATOR, das siebte Album von Depeche Mode, ist mit rund 15 Millionen verkauften Exemplaren nicht nur ihr erfolgreichstes – es ist auch das beliebteste bei ihren Fans. Es ist das Album, mit dem sie endgültig den US-Markt knackten, aber auch die Kritiker in ihrer britischen Heimat endlich überzeugten. Und es ist wohl ihr mutigstes Werk, weil sie ihre Arbeitsweise und Struktur dafür revolutionierten, auf ungeahnte Weise Rock und Pop vereinten und letztlich eine noch viel überzeugendere Version von dem ablieferten, was die Musik von Depeche Mode einzigartig macht.



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