Highlight: Die besten Filme auf Netflix – sortiert nach Genre

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Netflix & Amazon Prime: Diese Krimiserien solltet Ihr gesehen haben

Mord und Totschlag zum Fest der Liebe. Weihnachten und Neujahr sind immer eine gute Zeit, um über den ein oder anderen Mord oder dezent eingestaubte Leichen im Keller nachzudenken. Die obligatorische Jahreshauptversammlung des Familienclans kann zu blank liegenden Nerven führen. Wer keine Lust hat, Fragen zu seinem Lebenswandel, Arbeitssituation, Alkoholpegel, verflossenen Chancen, politischen Ansichten oder Stollenvorlieben zu beantworten, wird bestimmt dankbar sein für Ablenkung.

Für Euch alle haben Netflix und Amazon genau das Richtige, und nein, wir reden hier nicht von Weihnachtsschinken à la „Der kleine Lord“: Krimiserien! Das Genre ist recht weit gestreut, Krimiserien bevölkern die TV-Landschaft im Überfluss und der kriminalistisch interessierte Zuschauer hat die Qual der Wahl. Hier haben wir das Komplizierteste, Düsterste, Witzigste und Kniffligste zusammengetragen, was Netflix und Amazon zu bieten haben – lasst das Rätseln beginnen.

P.S.: Wir haben versucht, nicht zu viele marodierende Spoiler rauszulassen, aber die Biester sind bekanntlich fix.

Kooperation

„Hannibal“

Worum geht es? 

Essen. Zart und knusprig, serviert von einem quasi unwiderstehlichen Psychiater/Serienmörder (Mads Mikkelsen), der den FBI-Profiler (Hugh Dancy) therapiert, der ihn eigentlich fangen soll. Klingt delikat? Isst es auch. In drei phänomenalen Staffeln entführt die Serie tief in die verwinkelten Gedankengänge zweier Getriebener, wobei Will, der Profiler, im Laufe der Serie von einem psychisch labilen Mann zu einem völlig in seinen Grundfesten erschütterten wird. Zeitgleich bleibt Hannibal ein in sich ruhender Pol, der sich jeder moralischen Bewertung geschickt entzieht. Er ist und bleibt ein Monster, aber eines, das zeitgleich der kultivierteste Mensch im Raum ist. Die Serie besticht durch ihre spezielle Ästhetik und (Alp)traumhaften Sequenzen. Einen „Mörder der Woche“ gibt es ebenfalls. Auch und wenn zwischen dem Drapieren einer Lunge als Engelsflügel und einer Gabel im Gehirn kaum Splatterwünsche unerfüllt bleiben, packt die Serie vor allem durch ihre vielschichtigen Zwischentöne. 

Für Fans von:

  • cleveren Serien. Böse Zungen munkeln: „Hannibal“ ist zu clever für den einen oder anderen Zuschauer. Ein bisschen wie bei „Lost“.
  • Serienkillern (die auch noch sexy sind)
  • leckerem Essen
  • Mads Mikkelsen
  • Kochshows
  • Bildsymbolik
  • Katz-und-Maus-Spielen
  • Bro(Ro?)mance 

Key Facts:

Nachdem der Sender NBC die Serie aufgrund schlechter Quoten nach der dritten Staffel einstellte, knabberten sich immer mal wieder Gerüchte über eine 4. Staffel in das eine oder andere willige Fanherz. Allerdings muss man sagen, dass „Hannibal“ ein wirklich phänomenales Ende hinlegt und vielleicht nicht als Kannibalen-Zombie wiedergeboren werden sollte.
  

„Marcella“ 

Worum geht es?

Marcella hält sich nicht mit Tätern der Woche auf. Mit strikter horizontaler Erzählweise streckt sich die Ermittlung über acht Folgen, liefert komplexe Verwicklungen, mannigfaltige Figuren-Konstellationen und einen Täter, der einem in der Retrospektive betrachtet viel eher hätte auffallen müssen, wenn man nicht so beschäftigt gewesen wäre mit dem dichten Spannungsaufbau um die Jagd herum. Hauptfigur ist Marcella Backland (Anna Friel), die sich ins Privatleben zurückgezogen hat, nachdem es ihr nicht gelang, einen Serienmörder zu fassen. Jetzt – 12 Jahre später – steht sie vor den Scherben ihres Lebensentwurfs, der Mann untreu, die Kinder entfremdet, das jüngste Kind unter seltsamen Umständen gestorben. Dazu kommen Black-Outs und Gedächtnislücken, blutverschmierte heimische Badewannen und ein nagender Zweifel an der eigenen Schuldfreiheit.

Interessant an der Serie ist auch, dass physische Gewalt hier etwas ist, das von einer Frau ausgeht. Steht Marcella unter enormen psychischen Druck, so entlädt sich dieser in explosiven Gewaltausbrüchen, die sie mit Gedächtnislücken und ihre Umwelt mit körperlichen Blessuren zurücklassen.

Für Fans von:

  • komplizierten Hauptfiguren, die man irgendwie nicht mögen sollte, aber trotzdem kurz knuddeln möchte
  • guter mehrdimensionaler Darstellung von physischen Problemen
  • Knobeln
  • Shows, die nichts für Zartbesaitete sind
  • Shows, die definitiv nicht jugendfrei sind
  • keiner „alles wird gut”-Attitude

Key Facts:

Bisher zwei Staffeln, das Ende der zweiten Staffel ist, äh, intensiv, lässt aber die Tür weit offen für weitere Staffeln. Netflix lässt grüßen.

„Mindhunter“ 

Worum geht es? 

Okay, okay, ob man „Mindhunter” jetzt wirklich als Krimiserie betiteln darf, ohne von Sherlock Holmes‘ Geist verfolgt zu werden, sei dahingestellt. Tatsächlich ist die Serie aber so gut, dass wir das jetzt einfach mal in Kauf nehmen. Die Show spielt in den 70ern, FBI-Agent Holden Ford und sein Partner Bill Tench reisen quer durch Amerika und unterhalten sich mit Serienkillern, immer im Bestreben, hinter die Beweggründe für ihre Taten zu kommen und Muster abzuleiten. Sowohl die Agenten als auch die Serienkiller beruhen auf realen Vorlagen und sind teilweise extrem gut getroffen.

Regie führt teilweise David Fincher, der Netflix Anfang 2013 mit „House of Cards“ nicht nur zur ersten vollständig eigenproduzierten Serie, sondern vor allem zu einer der bis heute erfolgreichsten Serien des Streaminganbieters überhaupt verhalf: „Haus der 1000 Leichen“.

Für Fans von:

  • realen Serienkillern
  • Anna Torv („Fringe“)
  • einem bisschen „True Detective”, einem Hauch „Hannibal”, einem Spritzer „Mad Men” und einem Schuss „Cold Case”
  • Serienkiller-Dokus (ja, haben wir alle nur „zufällig” auf YouTube gesehen) 

Key Facts:  

Staffel 1 gibt es auf Netflix, Staffel 2 kommt 2019. Charles Manson wird in Staffel 2 porträtiert werden.

„Collateral “

Worum geht es? 

Nope, die Serie hat nichts mit dem 2004er-Film mit Tom Cruise zu tun. Nachdem wir das aus dem Weg haben:

„Why would anyone kill a Pizza delivery man?“ Motive gibt es viele, zumindest, wenn der Pizzabote ein syrischer Flüchtling ist. Es entspannt sich ein dichtes Netz von Verwicklungen, das bis in höchste politische Kreise reicht. Die Miniserie zeigt mit einem Rundumschlag auf, was so alles schief gehen kann in einer globalisierten Welt, in der Fremdenhass und Vorurteile in höchsten Kreisen ebenso brodeln wie beim netten Nachbarn nebenan.

Für Fans von:

  • Verschwörungstheorien
  • Globalisierungsproblematiken
  • Anti-Brexit
  • Kein Mensch ist illegal
  • guten Menschen mit ganz bösen Geheimnissen

Key Facts:

Die Serie ist in typischer BBC-Manier kurz und knackig gehalten, das bedeutet konkret: 4 Episoden à 60 Minuten, perfekt also für einen mittelschweren Binge-Watching-Anfall. Alle Folgen sind auf Netflix abrufbar und die Titelmusik ist ein verdammter Ohrwurm. 

„Happy Valley“

Worum geht es? 

Schon der Titel der BBC-Show ist Zynismus in Reinform. Glücklich ist in dem kleinen Städtchen in West Yorkshire, durch das die Protagonisten taumeln, trauern und trinken, wirklich niemand. Hier mitten im Nirgendwo, wo die Arbeitslosigkeit und damit einhergehende Perspektivlosigkeit ein alles erstickendes Leichentuch über alle gebettet hat und Drogen im Eis alltäglich sind, versucht die Polizistin Catherine einen Tag nach dem anderen zu überleben, ohne dem Wahnsinn anheim zu fallen oder einfach aufzugeben. Ihre Selbstbeschreibung: „Ich bin geschieden, lebe mit meiner Schwester zusammen, die heroinabhängig war, habe zwei erwachsene Kinder, von denen das eine tot ist und das andere nicht mehr mit mir spricht.”

Selbst das kratzt allerdings nur an der Grundstory: Ihre Tochter wurde vergewaltigt und brachte daraufhin einen Sohn zur Welt. Dann nahm sie sich das Leben. Um ihren Enkel Ryan kümmert sich jetzt Catherine. Der Vater des Kindes ist wieder in the Picture, indirekt in einen Fall von Catherine verstrickt und Dinge werden kompliziert. Die Grenzen zwischen legal/illegal und gut/böse werden erst verschoben und schließlich mit voranschreitender Story immer weniger relevant.

Für Fans von: 

  • „The Wire”
  • richtig depressivem Shit
  • gepflegtem britischem Sarkasmus
  • einer diffusen Angst vor Kleinstädten (little boxes……)
  • hartem Tobak, definitiv nichts für Happy-End-Fetischisten. 

Key Facts:

Bisher 2 Staffeln auf Netflix abrufbar, eine dritte Staffel ist in Planung.


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