Neue Videos: Xavier Naidoo leugnet den menschengemachten Klimawandel

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Von Xavier Naidoo sind neue Videos im Internet aufgetaucht. Nein, keine Musikvideos, sondern solche, in denen der Musiker und geschasste Castingshow-Juror uns etwa den Klimawandel erklärt und warum er nicht an ihn glaubt.

Die Clips stammen aus einem längeren Interview, das Naidoo dem als Verschwörungstheoretiker geltenden und auf den Philippinen lebenden deutschen Journalisten und Autor Oliver Janich während seiner Corona-Auszeit gegeben hat. Janich wiederum hat Naidoos Antworten auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht. Komplett öffentlich einsehbar sind Naidoos Antworten dort jedoch nicht: Um auf Janichs Inhalte in seinem „Premium-Kanal“ zuzugreifen, muss man ein Abo abschließen, dessen günstigste Stufe 1 5,90 Euro für einen Monat kostet, die teuerste Stufe 4 499,90 Euro für ein Jahr.

Auszüge aus Naidoos Interview haben dennoch den Weg an die Öffentlichkeit gefunden. In einem anderthalbminütigen Clip erklärt Naidoo etwa, wie er darauf kommt, dass der Klimawandel nicht menschengemacht ist:

 

Im Wortlaut sagt Naidoo: „Ja Oliver! Zur Klimawandel-Debatte gibt es für mich das zu sagen, dass ich glaube, dass die Wissenschaft sich zu sehr auf die Hockeyschlägertheorie stützt und dass, wie doch einige wissen, mittlerweile belegt ist, dass diese Hockeyschlägerkurve gar nicht existiert. Und deshalb, glaube ich, sind wir gut vorbereitet auf eine eventuelle Diskussion mit allen möglichen Wissenschaftlern, die der anderen Meinung sind, dass es eben einen menschengemachten Klimawandel gibt – und das glaube ich nicht. Ich habe mich da vor vielen Jahren schon schlau gemacht, als ich gefragt wurde, bei diesem Klimakonzert damals in Berlin mitzumachen. Da habe ich meinem Veranstalter, dem Marek Lieberberg, gesagt, dass ich die Meinung nicht ganz teile und bei dem Konzert nicht mitmachen werde. Damals habe ich mir schon den berühmten Film… ‚Climate Swindle‘ oder so was… angeschaut, hab dann meine Nachforschungen gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass CO2 nicht der großer Veränderer des Klimas ist, sondern sich die CO2-Werte erst im Anschluss an die Klimaveränderung verändern. Darüber kann man glaube ich ziemlich gut diskutieren und sollte man auch. Deswegen habe ich dich da gern unterstützen wollen, um diese Debatte anzustoßen.“

Die Aussage der hier kritisierten „Hockeyschläger“-Kurve wird übrigens durch diverse unabhängige Studien bestätigt.

In einem anderen Video-Ausschnitt sagt Naidoo, der aktuelle „Lockdown“ sei eine gute Gelegenheit sich zu informieren. Zum Beispiel über Souveränität, Adenauer, die sogenannte Kanzlerakte, unser Unrechtssystem sowie Mainstreammedien und ihre Vertreter, namentlich etwa Claus Kleber, die schon lange mit Organisationen wie NGOs, Bilderberger, CFR verbandelt seien:

Weitere Videos sollen folgen.

Da Naidoo seinen Klimawandel-Monolog damit beendete, dass er eine Debatte anstoßen wolle: Gut, dann sind wir jetzt sehr auf diese Debatte gespannt. Markus Lanz, Anne Will, Sandra Maischberger, welche Mainstreammedien-Vertreter*innen auch immer: Könnt Ihr Naidoo, Janich und diverse Klimawissenschaftler*innen bitte mal zum Talk einladen? Naidoo würde bestimmt kommen, er hat ja selbst danach gefragt!

Xavier Naidoo: „DSDS“-Rauswurf wegen Hetzvideo

Erst vor wenigen Wochen sorgte Naidoo mit einem anderen Video für Schlagzeilen, in dem er singend gegen Flüchtlinge hetzte. Er bestätigte dessen Echtheit, in dem er ein Statement veröffentlichte. Diverser Prominente, darunter Til Schweiger, nahmen Naidoo weiterhin in Schutz. Der Fernsehsender RTL warf ihn Tage später aus der Jury seiner Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“. Dieter Bohlen äußerte sich auch zur Causa Naidoo.

 

Vorwürfe wie dieser gegenüber Xavier Naidoo waren nicht neu: 2015 entschieden ARD und NDR, dass der kommerziell sehr erfolgreiche Sänger für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 antreten solle – und zogen diese Wildcard zurück, nachdem sich heftiger Widerstand gegen diese Entscheidung in der Öffentlichkeit regte. Naidoo hält Deutschland nämlich offenkundig für besetzt, unsouverän und von höheren Mächten gesteuert. Im ARD-Morgenmagazin etwa sagte er 2011, Deutschland sei kein freies Land und immer noch von den Alliierten besetzt, einen Friedensvertrag habe es nie gegeben. 2014 trat er auf Kundgebungen und Montagsdemos selbsternannter Reichsbürger auf, im gleichen Jahr gewann er für all seine Verschwörungstheorien gar ein „Goldenes Brett“. Die Popakademie in seiner Heimatstadt Mannheim distanzierte sich von Naidoo, er selbst ließ unter anderem mitteilen, er sei auf einer der besagten Kundgebungen „nur zufällig mit dem Fahrrad vorbeigefahren“.

Auch mit dem Song „Marionetten“ seiner Band Söhne Mannheims sorgte er 2017 für Schlagzeilen: Darin unterstrich Naidoo seine Weltanschauung, die er mutmaßlich mit so vielen Wutbürgern dieses Landes teilt. Er sang von Tatsachenverdrehern, dem Vergehen an Unschuldigen, Volksverrätern statt Volksvertretern, gesteuert von Puppenspielern. Wer diese Puppenspieler sein sollen – Merkel, Obama, Reptiloiden? – sagte er nicht. Aber die Söhne Mannheims drohen indirekt damit, dass „der wütende Bauer mit der Forke dafür sorgt, dass Ihr einsichtig seid.“ Nach erwartbarer heftiger medialer Kritik und Krisengesprächen mit der Stadt Mannheim äußerte Naidoo sich zur hausgemachten Kontroverse.


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